Es war eine der kürzesten Gemeindeversammlungen der letzten Jahrzehnte – mit einer Vorlage, deren Planungsprozess sich über ganze zehn Jahre erstreckt hat: die Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland von Oberrohrdorf. Nach nur rund einer halben Stunde sagten die 87 anwesenden von 2813 Stimmberechtigten in der Zähnteschüür Ja zum Regelwerk.

Gemeinderätin Monika Locher (CVP) zeigte sich im Anschluss sehr zufrieden: «Die Zustimmung bestätigt, dass wir in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet und dabei immer wieder den Draht zur Bevölkerung gesucht haben.»

Doch von vorn: Mit der Genehmigung des Regelwerks, das die Bau- und Nutzungsordnung (BNO), den Bauzonen- sowie den Kulturlandplan beinhaltet, gehe ein Planungsprozess zu Ende, der geprägt gewesen sei von einem Umdenken der Bevölkerung, sagte Locher. Und zwar mit dem Bewusstsein, dass der Boden nicht unbeschränkt verfügbar sei und die Natur sowie die Landschaft umfassend zu schützen seien.

«Das Dorf bleibt lebenswert»

«Die neue BNO bietet die Grundlage dafür, dass die Ziele der Raumentwicklung erreicht werden können.» Dies durch bessere Ausnutzung und Verdichtung der bestehenden Siedlungsflächen. «Gleichzeitig ist sich der Gemeinderat bewusst, was Verdichtung bedeutet», sagte sie. «Wir wohnen künftig näher zusammen, wodurch Konflikte eher zunehmen und sich das Bild der Quartiere verändert.»

Das sind die Hauptmerkmale der Gesamtrevision: Es wurde unter anderem eine Zentrumszone festgelegt, damit mehr Spielraum für künftige Entwicklungen geschaffen werden kann. Weiter ist festgehalten, dass keine Ein- und Auszonungen stattfinden; jedoch sind in gewissen Gebieten, etwa entlang der Badenerstrasse, Umzonungen zulässig – beispielsweise von Wohnzone 2 in Wohnzone 3. Für drei Gebiete, darunter die «Bänkli-Wiese» im Zentrum, wurde eine Gestaltungsplanpflicht eingeführt, wobei dort neu auch Verkaufsnutzungen mit maximal 3000 Quadratmeter Nettoladenfläche festgelegt sind. In Bezug auf die «Bänkli-Wiese» gibt es bereits konkrete Pläne für eine Wohnüberbauung, die auch Flächen eines Detailhändlers vorsieht. Das Richtprojekt entwickelt die Badener Schoop Architekten AG. Wie Locher am Rande der Versammlung sagte, werde diesbezüglich im Verlaufe des Jahres ein Gestaltungsplan eingereicht.

«Wir sind überzeugt, dass das Dorf mit dem Regelwerk für alle Generationen weiterhin lebenswert bleibt und sich weiterentwickeln kann», sagte die Gemeinderätin zum Abschluss.