Strassenbeleuchtung

«Mehr Sterne in Oberrohrdorf»: Petition für dunkle Nächte eingereicht

In Oberrohrdorf sollen als Pilotprojekt alle Strassenlampen abgeschaltet werden. (Symbolbild)

In Oberrohrdorf sollen als Pilotprojekt alle Strassenlampen abgeschaltet werden. (Symbolbild)

Über 300 Personen unterstützen das Vorhaben eines Vereins, der sich für ein Handeln im Einklang mit der Natur einsetzt: Er will, dass während eines Versuchsjahrs alle Strassenlampen in Oberrohrdorf in der Nacht abgeschaltet werden.

Während in Gemeinden wie Baden, Bellikon, Künten und Remetschwil die Strassenbeleuchtung in der Nacht abgeschaltet wird, bleiben die Leuchten in Oberrohrdorf brennen. Das soll sich nun ändern: Wie der Gemeinderat in der aktuellen «Berg-Post» mitteilt, hat die Spurgruppe Mensch und Umwelt eine entsprechende Petition mit über 300 Unterschriften eingereicht. Die Spurgruppe ist ein 1988 gegründeter Verein, der in Oberrohrdorf und Umgebung das verantwortungsbewusste Denken und Handeln im Einklang mit der Natur und Umwelt fördern möchte.

Konkret fordern die Petitionäre, dass alle Strassenlampen in Oberrohrdorf während einer einjährigen Versuchsphase von Sonntag bis Donnerstag von 1.15 bis 5 Uhr abgeschaltet werden. «Wird die Lichtverschmutzung reduziert, verbessert sich die Lebensqualität, die hier bereits sehr hoch ist, noch mehr», sagt Marcus Wanger, Präsident der Spurgruppe. Die Bewohner könnten Sterne und Sternschnuppen besser sehen. «Mit dunklen Nächten finden auch nachtaktive Tiere ihren Weg auf Flügen und Wanderungen besser.» Zudem könnten die Pflanzen ihren jahreszeitlich natürlichen Stoffwechsel behalten. «Und es gibt Menschen, die besser schlafen.» Nicht zuletzt könnte die Gemeinde dank der Nachtabschaltung Energie und Geld sparen, sagt Wanger.

«Das ist ein starkes Zeichen»

Unterschriften für die Petition mit dem Namen «Mehr Sterne in Oberrohrdorf» hat die Spurgruppe an der Velobörse im Mai und während einer Standaktion vor dem Volg im Juni gesammelt. Dass das Vorhaben in der Bevölkerung Anklang findet, freut den Präsidenten: «Mehr als zehn Prozent der Stimmberechtigten haben dieses Anliegen unterschrieben. Das ist ein starkes Zeichen.»Doch weshalb soll das Lichterlöschen nur versuchsweise stattfinden? «Wir möchten, dass die Gemeinde während eines Jahres Erfahrungen sammelt», sagt Marcus Wanger und fügt an: «Sollten die Rückmeldungen positiv sein, wäre es wünschenswert, wenn die Abschaltzeiten beibehalten werden.»

Nun werden Abklärungen getätigt

Die Anliegen der Petition wird der Gemeinderat nun prüfen. «Wir werden abklären, ob eine Nachtabschaltung auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll und machbar ist», sagt Gemeindeammann Kurt Scherer (FDP). Der Grund: Die AEW Energie AG ist für die Beleuchtung im Ortsteil Staretschwil zuständig, die Elektra Oberrohrdorf für Oberrohrdorf. «Auch werden wir prüfen, ob sich diese Kosten ausbezahlen, wenn man berücksichtigt, dass es sich vorerst nur um eine einjährige Versuchsphase handelt», so Scherer. Was das Sparen von Strom und Energie betrifft, hat der Gemeindeammann seine Zweifel: «Oberrohrdorf hat bereits rund ein Drittel seiner Strassenlampen mit stromsparenden Leuchten ausgewechselt. Doch wir werden sehen, was sich bei der Analyse herausstellt.»

Sobald der Gemeinderat die Abklärungen getätigt hat, wird er der Spurgruppe seinen Entscheid mitteilen. Gemäss Kurt Scherer sollte dies im Verlaufe des Augusts sein.

Bereits 2009 hat der Gemeinderat eine entsprechende Umfrage bei der Oberrohrdorfer Bevölkerung durchgeführt. «An erster Stelle stand der sparsame Umgang mit Energie. An zweiter Stelle,das erhöhte Sicherheitsempfinden durch eine gute Beleuchtung», sagt Scherer. Aufgrund dieser Umfrage wurde beschlossen, sukzessive alte Leuchten durch LED-Leuchten zu ersetzen. «Weiter ist bei Erschliessungsstrassen sowie Fusswegen die Beleuchtung zwischen 1 und 5 Uhr bereits ausgeschaltet», erklärt Scherer. Auf der Kantonsstrasse und auf Sammelstrassen ist zwischen 22.30 und 5 Uhr in der Gemeinde die Beleuchtung reduziert.

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