Die Investitionen der Gemeinde sind in den nächsten Jahren enorm, schreibt der Gemeinderat in der Broschüre zur Gemeindeversammlung. 3,2 Millionen Franken soll die Gemeinde Remetschwil im kommenden Jahr ausgeben.

Dabei sind es vor allem zwei Vorhaben, welche die Gemeinde in den nächsten Jahren belasten werden: Der Gemeindeanteil am Oberstufenzentrum Rohrdorferberg beträgt rund 3,6 Millionen Franken (2013–2015). Zirka 2,6 Millionen Franken wird der Kreisel Kreuzstrasse in Busslingen kosten (2014–2016).

Weil das Geld nicht reicht, beantragt der Gemeinderat an der Wintergmeind eine Steuerfusserhöhung um 3 Prozentpunkte. Mit dem erhöhten Steuerfuss von 92 Prozent weist das Budget 2014 einen Ertragsüberschuss von 180 000 Franken aus. Damit kann die Gemeinde aber lediglich 9,3 Prozent der Investitionen finanzieren. «Für den Fehlbetrag von 2,9 Millionen Franken muss Fremdkapital aufgenommen werden», ist zu lesen.

Schuldenabbau erst 2017

Massgebend für die Schuldenentwicklung der Gemeinde Remetschwil ist die Selbstfinanzierung – auch Eigenfinanzierung genannt – aus der Erfolgsrechnung. Das ist die Summe, die zur Finanzierung der Investitionen durch eigene, im selben Rechnungsjahr erwirtschaftete Mittel eingesetzt werden kann, erklärt der Gemeinderat. Der Finanzierungsfehlbetrag von 2,9 Millionen Franken resultiere unter Berücksichtigung der Selbstfinanzierung von 296 200 Franken.

Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 3,2 Millionen Franken. «Der Selbstfinanzierungsgrad liegt trotz des erhöhten Steuerfusses bei nur 9,3 Prozent.» Das bedeutete, dass die Gemeinde 2014 für die restlichen rund 90 Prozent Investitionskosten langfristiges Fremdkapital aufnehmen müsse.

Einen Schuldenabbau erwartet die Gemeinde Remetschwil – unter Einhaltung der Investitionsplanung – frühestens wieder ab 2017. «Auch Einsparungen in der Erfolgsrechnung können nicht verhindern, dass die Nettoschuld bis ins Jahr 2016 auf nahezu 8 Millionen Franken ansteigen wird», so der Gemeinderat.

Zurzeit betragen sie 260 000 Franken. Da die Passivzinsen derzeit noch sehr tief seien, für die Jahre nach 2016 aber noch unabsehbar, sei eine moderate Steuerfusserhöhung sinnvoll. Damit will der Gemeinderat nicht die laufenden Ausgaben erhöhen, sondern die Schuldenrückzahlung beschleunigen.

Wintergmeind: Montag, 25. November, Turnhalle Remetschwil