Die Stadt wollte einerseits von der Wohnbevölkerung insgesamt, andererseits von spezifischen Gruppen wissen, was gut läuft in Baden und wo der Schuh drückt. Zu diesen Gruppen zählen etwa die Jugendlichen, der Detailhandel, die Grundeigentümer in der Vorstadt oder die Arbeitsgruppe «Impuls 60+».

Die Befragung ist Teil des geplanten Raumentwicklungskonzepts (REK) der Stadt. Der Entwurf dieses Konzepts wird bis Ende Jahr fertiggestellt. Die Ergebnisse der Befragung fliessen mit ein. Die städtische Abteilung Entwicklungsplanung hat dabei vier Gebiete besonders im Fokus: die Badstrasse und den Bahnhof West; die Vorstadt; die Gewerbezone Dättwil sowie den Kappelerhof.

Plus: Kultur und Weltoffenheit

Die Befragung der Badener Wohnbevölkerung zeigt: Man schätzt das breite Kulturangebot, die Altstadt, den Umgang mit der Geschichte, die angenehme Grösse der Kleinstadt sowie die Weltoffenheit der Bevölkerung. Die Identifikation mit der Stadt sei gross, heisst es im Ergebnisbericht.

In den Quartieren scheint vieles gut zu sein. So heisst es etwa, das Martinsberg-Quartier, der Kappelerhof und der Meierhof würden sich durch besonderen sozialen Zusammenhalt auszeichnen («nette, internationale, kulturell gemischte Einwohnerschaft»). Rütihof lebe vom Dörflichen, Dättwil von seiner dörflichen Vergangenheit.

Dort würden aber Treffpunkte fehlen, an denen die Bevölkerung zusammenkommen kann. Überhaupt würden in den Quartieren mehr gemeinschaftliche Angebote gewünscht, in Dättwil würde ein Dorfzentrum vermisst. In der Innenstadt stehen laut der Studie Lärmfragen im Vordergrund, auf der Allmend bessere Busverbindungen. Aus Sicht der meisten Quartierbewohner müsste die Stadt in der baulichen Entwicklung behutsamer vorgehen.

Wunder Punkt: Wohnungsmarkt

Im Bericht heisst es zudem etwas beschönigend: «Der Wohnungsmarkt in Baden ist in Bewegung.» Auf Wohnungssuche seien nicht nur Personen, die nach Baden ziehen möchten, sondern auch Badenerinnen und Badener. Darunter seien viele Menschen unter 35 Jahren.

Aber auch Personen im Pensionsalter seien zunehmend auf Wohnungssuche. Ein Fazit lautet: «Das Wohnungsangebot wird sowohl von den erfolgreichen als auch den erfolglosen Suchern als teuer und knapp eingeschätzt, vor allem an den innerstädtischen Lagen.»

Die Studie kommt zum Schluss, dass das Einkaufs- und Freizeitverhalten der Badener stark auf die Innenstadt ausgerichtet sei. In den Quartieren hätten nur Konzepte mit kleinen Flächen oder Anbieter mit viel Herzblut, wie etwa das Chrättli auf der Allmend, eine Chance zu überleben. Der Einkaufsstandort Baden stehe in Konkurrenz mit dem Markthof Nussbaumen, Spreitenbach, Zürich und dem Internet.

Zum Verkehr heisst es, viele seien zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs. Die prioritäre Behandlung von Velomassnahmen werde gesellschaftlich gestützt. Ein Bedürfnis seien zudem bessere Busverbindungen, mehr Veloparkplätze – und mehr Kurzzeitparkplätze für Autos.

Der erste Bus fährt durch den Badener Schulhausplatz-Tunnel

August 2018: Der erste Bus fährt durch den Badener Schulhausplatz-Tunnel.