Künten
Meisterleistung der Jugend lässt Musikvereine neidisch werden

Ein zusammengewürfelter Haufen von 54 zielorientierten Jugendlichen aus dem Aargau liessen sich innert einer Woche zu einem auf erstaunlich hohem Niveau musizierenden Klangkörper formen: die Aargauer Jugend Brass Band.

Paul Roppel
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Solistin Nadine Stehli steht beim Abschlusskonzert im Rampenlicht.

Solistin Nadine Stehli steht beim Abschlusskonzert im Rampenlicht.

Paul Roppel

Bei ihren Schlusskonzerten in der Mehrzweckhalle von Künten und in Hellikon brachte sie das Publikum am Wochenende in Wallung.

Die energische Konzerteröffnung glitt mit der Zeit in beruhigende harmonische Klänge über, verziert mit melodischen und tonsicheren solistischen Intermezzi. «Vitae Aeternum» liess das Publikum in einen Begeisterungssturm ausbrechen: Die 29-köpfige A-Formation der Aargauer Jugend Brass Band (AJBB) hatte mit diesem Stück eine Meisterleistung geboten. Das hochgesteckte Ziel, das die Jugendlichen innert einer Woche im Musiklager Herzberg auf der Staffelegg zusammen erreicht hatten, lässt manchen Musikverein neidisch werden. Das Abschlusskonzert offenbarte eine kompakte und gestaltungsfreudige Formation mit hoch motivierten, tonsicheren und virtuosen Solisten.

Viel persönliches Engagement

«Die Jugendlichen wollen nicht nur gefördert, sondern auch gefordert werden», bekräftigte René Bolliger, Vizepräsident des Vorstands.. Neben dem persönlichen Engagement der wochenlangen Vorbereitung, schlagen für die Jugendlichen im Alter von 12 bis 26 Jahren auch noch 350 Franken Lagerbeitrag und in vielen Fällen der Einsatz einer Ferienwoche zu Buche.

Das Musiklager, das auf Drittmittel angewiesen ist und vom Kanton Aargau über Swisslos unterstützt wird, kostet rund 50 000 Franken. Der Einstieg erfolgt in die B-Formation über eine Aufnahmeprüfung. Sieben Registerlehrer und zwei namhafte Gastdirigenten engagierten sich diesmal für die Jugendlichen.

Trotz Sprachbarriere trieb Frédéric Théodoloz, preisgekrönter Posaunist und Dirigent der Brass Band Fribourg, die A-Formation auf souveräne und charmante Art zu Höchstleistungen an. Neben typischer Brass Band Literatur offerierte das Korps das verträumte, melancholische Seemannslied «Water is wide», machte Stimmung mit der Einlage «Music to watch Girls by» und brillierte mit einem Marsch.

Zweifellos streben die 25 Mitglieder der B-Formation das Musizieren in diesem aufgestellten Team an. Sie sind auf dem besten Weg, was sie mit der Präsentation ihrer sieben anspruchsvollen, vielfältigen und sehr gut gelungenen Darbietungen unter Beweis stellten. Mit grossem persönlichen Engagement lockte der Berufsdirigent und Musikpädagoge Peter Danzeisen die Jugendlichen aus den Reserven und legte den Grundstein für ein fantastisches Konzert.