Mellingen
Mellingen: Beliebtes Alterszentrum «Im Grüt» will ausbauen

Das Alterszentrum «Im Grüt» soll erweitert werden, damit es Platz für 20 zusätzliche Bewohner anbieten kann. Wenn der Bau bewilligt wird, starten die Arbeiten noch in diesem Sommer. Zum Projekt gehört auch eine Tiefgarage.

David Egger
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So soll der Erweiterungsbau (rechts) aussehen. Eine Passerelle verbindet den alten mit dem neuen Bau.

So soll der Erweiterungsbau (rechts) aussehen. Eine Passerelle verbindet den alten mit dem neuen Bau.

Visualisierung

Das Alterszentrum «Im Grüt» soll um einen Neubau für acht Millionen Franken ergänzt werden. Eine regionale Prognose zeigt die Notwendigkeit der Erweiterung auf. «Jährlich steigt der Bedarf an Plätzen für die Altersbetreuung in Wohlenschwil und Mellingen um zwei Plätze», sagt Zentrumsleiter Willy Keller.

Nun liegt das Baugesuch auf. «Ohne Einsprachen beginnen die Bauarbeiten diesen Sommer», sagt Leo Peterhans. Der Präsident der Baukommission rechnet mit einer Bauzeit von maximal zwei Jahren.

Die vom Badener Architekturbüro Gassner und Rossini entworfene Erweiterung hat zwei Geschosse. Ein drittes wäre zwar möglich gewesen, die Verantwortlichen verzichten aber darauf. «Zum einen hätte dies vielen Bewohnern des bestehenden Gebäudes die Sonne weggenommen, zum anderen wollten wir keine Häuserschlucht erschaffen», erklärt Willy Keller.

Jetzt entstehen auf zwei Geschossen 14 Zweizimmerwohnungen. Diese sollen 20 Personen Platz bieten und eignen sich vor allem für leicht bis mittel pflegebedürftige Menschen.

Die Warteliste wird dadurch nicht viel kürzer. 80 Personen sind dort eingetragen. Das gut gelegene Alterszentrum ist überregional beliebt.

«Mellingen wächst, die Neuzuzüger wollen ihre Eltern bei sich haben», sagt Willy Keller. Ende 2013 waren 13 der 39 Bewohner Auswärtige.

Unfreiwillig wurde die Idee begraben, das bestehende Gebäude mit einer vierten Etage aufzustocken. Der Kanton stellt damit den Schutz des Ortsbilds und des Reussufers sicher. «Die Aufstockung war unsere favorisierte Variante», sagt Leo Peterhans.

Einheimische Wärme statt Erdöl

Der Minergie-Erweiterungsbau trägt den Projektnamen «Riegel» und entsteht dort, wo jetzt 30 Parkplätze stehen. Als Ersatz entsteht unter dem Neubau eine Tiefgarage. Diese soll Platz für 36 Autos bieten.

Unter der Tiefgarage werden 16 Sonden 100 Meter tief versenkt. In Zukunft heizt das Alterszentrum beide Gebäude mit Erwärme. Die Öl- wird durch eine Gasheizung ersetzt, die nur zu Spitzenzeiten läuft, zum Beispiel an sehr kalten Wintertagen.

Das andere Schmuckstück des Projekts ist eine sieben Meter breite Passerelle im ersten Stock, die das alte mit dem neuen Gebäude verbindet. Unklar ist, ob der Neubau auch rot eingefärbt wird.

Dank Neubau mehr Arbeitsplätze

Jetzt betreuen 66 Angestellte die Pensionäre. Mit dem Neubau erhöht sich die Anzahl der Stellenprozente von 3500 auf 3900.

«Ein schwieriges Thema» sei das bestehende Tiergehege, sagt Leo Peterhans. Möglichkeiten sind die Aufhebung, eine Verkleinerung oder ein neuer Standort. Gefällt wird die grosse Sumpfzypresse. Laut einem Baumgutachten ist sie nachweislich krank.

Kommentar: Das Wachstum voraussehen

von David Egger

Es ist eine Erfolgsgeschichte: Nicht einmal zehn Jahre nach dem Neubau wird das Alterszentrum «Im Grüt» erweitert. Die Warteliste derer, die gerne dort wohnen würden, ist lang. Über 80 Personen umfasst sie. Immer mehr Ältere brauchen mehr Platz. Darum ist die Erweiterung sinnvoll.

Und doch stellt sich die Frage: Ist in zehn Jahren der nächste Neubau nötig? Und wenn ja: Wohin soll der nächste Neubau? Das Alterszentrum «Im Grüt» hat jetzt keine Landreserven mehr. Braucht Wohlenschwil also bald ein eigenes Alterszentrum? Wollen wir grosse mehrstöckige Zentren oder kleine, die überall verteilt sind und viel Land verbrauchen?

Die Grundsatzfragen müssen geklärt, vorausschauendes Bauen aktiv angegangen werden. «Just in time» ist für andere Bereiche der richtige Ansatz - Bauten hingegen sollten nicht bereits nach zehn Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen stossen.

Wenn die Verantwortlichen wollen, dass das Alterszentrum «Im Grüt» weiter wächst, müssen sie jetzt schon nach weiteren Standorten Ausschau halten. Denn der Bauboom in Mellingen ist in vollem Gange, das Land wird rar. Gleichzeitig wächst und altert die Bevölkerung. Die sozialen Bedingungen für ein weiteres Wachstum des Alterszentrums «Im Grüt» sind damit gegeben.

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