Mellingen
Die Organisatoren des Gassenfests stehen vor einem schweren Entscheid

Bereits einmal wurde das Volksfest in der Mellinger Altstadt um ein Jahr verschoben. Eine neuerliche Verschiebung kommt laut OK nicht infrage. Entweder erfolgt in diesen Tagen die Absage oder es wird eine Deadline festgelegt.

Andreas Fretz
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Das Gassenfest lockte 2016 zahlreiche Besucher in die Mellinger Altstadt.

Das Gassenfest lockte 2016 zahlreiche Besucher in die Mellinger Altstadt.

Bild: Hans Oldani

In den letzten Tagen zeigte sich, dass der Festivalsommer 2021 ins Wasser fällt. Das Gurten­festival in Bern, das Open Air St. Gallen oder das Greenfield Festival in Interlaken wurden allesamt abgesagt. Ebenfalls wurde vor kurzem bekannt, dass das Wettiger Fäscht «aufgrund der unsicheren Entwicklung in Bezug auf Grossanlässe» in diesem Jahr nicht stattfinden wird.

Im Mai 2020 das erste Mal verschoben

Etwas länger liegen die letzten Neuigkeiten zum Gassenfest in Mellingen zurück. Ende Jahr wurde bestätigt, was bereits im Mai 2020 bekannt geworden war: Das Gassenfests wird um ein Jahr verschoben und soll neu vom 19. bis 22. August 2021 durchgeführt werden.

Wie sieht der aktuelle Stand aus? Am Dienstagabend tagte das Organisationskomitee um Präsident Andreas Koller. Ein definitiver Entscheid wurde nicht gefällt. Derzeit stehen zwei Vorgehensweisen im Blickpunkt. Daniela Koller, Presseverantwortliche des Gassenfests, sagt:

«Entweder werden wir in den nächsten Tagen den Anlass definitiv absagen. Oder wir definieren eine Deadline, bis wann wir über die Durchführung entscheiden.»

Klar ist hingegen schon jetzt: Das Gassenfest wird kein zweites Mal verschoben. Entweder es findet wie vorgesehen im August statt, oder es wird abgesagt. «Die nächste Durchführung würde dann wieder entsprechend dem Vierjahresrhythmus im Jahr 2024 stattfinden», sagt Koller. Erstmals wurde das Gassenfest 2012 durchgeführt. Für die neueste Ausgabe hatten rund 30 Beizen und Feststände und Künstler wie Marc Sway, AZton oder Nickless ihre Zusage gemacht.

Bereits ein Rückzug wegen Covid-Risiko

Einerseits geht es für das OK nun darum, bei den beteiligten Vereinen herauszuhören, wann diese Deadline spätestens angesetzt werden soll. Daniela Koller sagt: «Es kristallisiert sich heraus, dass der Entscheid über die definitive Durchführung spätestens Ende April gefällt werden müsste.» Denn sowohl das OK als auch die Vereine benötigen eine gewisse Vorlaufzeit für ihre Vorbereitungen. Ein Verein hat seine Teilnahme bereits abgesagt, da aufgrund seiner Altersstruktur viele Mitglieder einem erhöhten Covid-Risiko ausgesetzt sind.

Der zweite Punkt, in dem noch Abklärungen getroffen werden, betrifft die Verträge mit den Künstlern. Zwar haben alle einer Verschiebung von 2020 ins 2021 zugestimmt und ihre Teilnahme erneut zugesichert. Doch die erneute Ungewissheit birgt möglicherweise finanzielle Risiken, die das OK unbedingt vermeiden will.

OK kann es nicht allen recht machen

«Es ist insgesamt eine schwierige Situation», sagt Koller. Rundherum werden Festivitäten abgesagt. Einzig in der Nachbargemeinde Wohlen­schwil wartet man ebenfalls noch ab. Der Entscheid, ob das Dorffest Wohlenschwil vom 9. bis am 12. September 2021 stattfindet, soll Anfang Mai gefällt werden.

Koller sagt: «Gerne würden wir den Menschen etwas Normalität zurückgeben.» Viele würden das schätzen und den Mut loben. Andererseits sei sich das OK bewusst, dass man es in der aktuellen Situation nicht allen recht machen kann und eine Durchführung auch für Kritik sorgen oder als unnötiges Risiko angesehen werden könnte. Gut möglich aber auch, dass der Bundesrat dem OK den Entscheid abnimmt: dann, wenn Grossanlässe weiter verboten bleiben.

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