Mellingen
«Null Verkehr» in der Altstadt: Urs Weber kandidiert als Gemeindeammann

Wer wird bei den Wahlen im Herbst Nachfolgerin oder Nachfolger von Bruno Gretener? Bereits drei Personen haben Interesse. Neu hat auch Urs Weber seine Kandidatur eingereicht.

Pirmin Kramer
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Urs Weber: Lange Mitglied der SP, hat aber mehr und mehr Sympathien für die Grünen entwickelt.

Urs Weber: Lange Mitglied der SP, hat aber mehr und mehr Sympathien für die Grünen entwickelt.

Zvg / Aargauer Zeitung

Bruno Gretener (FDP) hört nach 16 Jahren als Gemeindeammann von Mellingen auf. Um seine Nachfolge kommt es bei den Wahlen im Herbst zu einem Dreikampf: Nun hat auch noch der 67-Jährige Urs Weber, Mitglied der «IG-Impuls Mellingen21», seine Kandidatur bekannt gegeben. Im Sommer haben bereits die amtierende Gemeinderätin Györgyi Schaeffer und Martin Huber (parteilos) ihre Kandidaturen eingereicht.

Urs Weber sagt auf Anfrage:

«Eines meiner Mottos lautet: Man kann nicht nur reklamieren, man muss auch etwas unternehmen.»

Als er vor 14 Jahren nach Mellingen gezogen sei und das kulturelle Angebot nicht gerade berauschend fand, habe er dies nicht nur kritisiert, sondern das Kulturlokal «Tradinoi» gegründet. In den letzten Jahren hat Weber regelmässig Leserbriefe verfasst, und natürlich gaben ihm die Wirren in Mellingen unter anderem mit dem Doppelrücktritt von Ammann Gretener und Vizeammann René Furter (SVP) sowie später von Gemeinderat Roger Fessler zu denken. Weber gehörte einst der SP an, als er noch im Kanton Zürich wohnte.

Blick ins Zentrum von Mellingen

Blick ins Zentrum von Mellingen

Alexander Wagner / FOTO Wagner

In den vergangenen Jahren habe er mehr und mehr Sympathien für die Grünen entwickelt, sagt er. «Eines meiner Ziele als Gemeindeammann wäre, dass es künftig nach der Einweihung der Umfahrung in der Altstadt gar keinen Verkehr mehr hat. Ich bin ein Verfechter dieser sogenannten Null-Variante.»

Weber wuchs in Reinach im Wynental auf, er war beruflich als Lehrer tätig, sowohl auf der Unter- und Mittelstufe als auch in einer Sonderschule. Inzwischen ist er pensioniert und hätte darum Zeit für das Amt als Gemeindeammann. Im Gemeinderat sei grundsätzlich der Moment für einen Kulturwechsel gekommen, sagt Weber. «Und ich kandidiere nicht zuletzt auch deshalb, weil sich auch nach intensiver Suche leider keine jungen Mellingerinnen und Mellinger finden liessen, die sich für ein Amt zur Verfügung stellen möchten.»

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