Mellingen
Mellingen hat bald wieder seinen eigenen Wein

Im Gebiet «Im Rai» soll eine Rebanlage entstehen. Der Familienbetrieb Weingut Alter Berg aus Tegerfelden wird neuer Pächter der 1,5 Hektar Land. 7500 Rebstöcke sollen gepflanzt werden.

Carolin Frei
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Wein

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Keystone

Die Idee, in Mellingen eine Rebanlage zu erstellen, ist für Michael und Walter Deppeler aus Tegerfelden nicht neu. Sie hat sich bereits vor Jahren angebahnt. Das erste Grundstück, das man damals ins Auge fasste, passte jedoch nicht ins Konzept. Die Gemeinde habe daraufhin Vorschläge gemacht. Unter anderem schlug sie das Grundstück «Im Rai» an der Rohrdorferstrasse vor. Daraufhin wurde das Gespräch mit dem Landeigentümer und dem Pächter gesucht. «Beide fanden es eine gute Sache», erinnern sich Vater und Sohn Deppeler. Vor einem Monat wurde dem Gesuch der Deppelers, ihr Projekt im Rebkataster aufzunehmen, vom Kanton entsprochen. Damit war die erste Hürde genommen. Jetzt gilt es abzuwarten, ob auch die Baubewilligung so glatt über die Bühne geht.

Michael (l.) und Walter Deppeler (r.) mit Architekt René Deppeler. Carolin Frei

Michael (l.) und Walter Deppeler (r.) mit Architekt René Deppeler. Carolin Frei

Besonnung und Lage sind ideal

Um sich vom Gelände eine Übersicht zu verschaffen, hat man eine Satellitenaufnahme erstellen lassen. Aufgrund dieser Daten konnte der Architekt René Deppeler einen Plan und das Baugesuch ausarbeiten, welche noch bis zum 11. Dezember bei der Gemeinde aufliegen. Die Bodenbeschaffenheit wurde mit dem aktuellen Pächter angeschaut. Die Lage und Besonnung seien ideal, sagt Michael Deppeler, Ingenieur Oenologie FH. Und aufgrund der Bodenproben, bei denen vor allem der Kalk- und PH-Wert interessiere, wisse man auch, welche Unterlagssorte gewählt werden müsse. Als Traubengut sind Blauburgunder, Riesling-Sylvaner und zwei bis drei Spezialsorten geplant.

Die ganze Familie arbeitet mit

Auf die gut 1,5 Hektar grosse Fläche werden 7500 Rebstöcke gepflanzt. Die Bepflanzung wird in drei bis vier Etappen vollzogen. Gestartet wird im Frühjahr 2013 mit dem Riesling-Sylvaner. Mehr wäre von der Arbeitsbelastung her nicht möglich.

Im Familienbetrieb zeichnet Sohn Michael Deppeler als Geschäftsführer verantwortlich, Vater Walter ist für Rebbau und -pflege zuständig und Mutter Marlis leitet die administrativen Geschicke. Zudem wird ein Lernender ausgebildet. Kostenpunkt der neuen Anlage: «Pro Hektar rechnet man mit 100000 Franken», sagt Michael Deppeler.

In vier Jahren erster Wein

Wie der Mellinger Wein heissen soll, ist noch nicht definiert. Rund 9000 Liter Wein soll die Rebanlage dereinst abwerfen. Gekeltert wird das Traubengut in den Kellern in Tegerfelden. Bis die Mellinger «ihren» ersten Wein kosten können, müssen sie sich allerdings noch vier Jahre gedulden.

In Anbetracht dessen, dass der Rebbau in Mellingen für viele Jahrzehnte im Dornröschenschlaf lag, eine verkraftbare Wartezeit.