Mellingen-Wohlenschwil
200 Kinder der Primarschule müssen zum Coronamassentest – «Es hat etwas in der Nase gejuckt»

Nachdem an der Schule Mellingen-Wohlenschwil mehrere Coronafälle mit der mutierten Variante nachgewiesen wurden, findet heute ein Massentest in der Mehrzweckhalle Kleine Kreuzzelg statt.

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Tele M1

An normalen Schultagen spielen die Kinder Fangis oder Korbball, wenn sie in der Mehrzweckhalle Kleine Kreuzzelg sind und Turnunterricht haben. Am Donnerstag ist alles anders: Da kommen 200 Kinder mit ihren Eltern mit Winterjacke, Schutzmaske oder auch Schals sowie Lehrpersonen in die Turnhalle, um sich einem Coronatest zu unterziehen. Die Turnhalle wurde über Nacht in ein Testcenter verwandelt. Die meisten haben sich bereits woanders testen lassen. Lange Schlangen vor der Turnhalle gibt es keine: Die Eltern konnten Onlineanmeldungen für bestimmte Zeiten buchen. So verteilten sich die Tests von 9 bis 15 Uhr.

Der Grund für den Massentest: Nach sieben Coronafällen an der Schule Mellingen-Wohlenschwil mussten 709 Kinder, 70 Lehrpersonen sowie weitere Erwachsene aus dem Umfeld der Schule am Mittwoch in Quarantäne. Aufgehoben wird diese erst, falls das Testergebnis negativ ausfallen sollte. Hintergrund ist eine neue Weisung des Bundesrats: Sobald in mehr als zwei Klassen mindestens ein Kind positiv auf das mutierte Virus getestet wird, müssen alle Klassen zum Test. Insgesamt sieben Klassen der Schule Mellingen-Wohlenschwil waren in den vergangenen Wochen schon einmal in Quarantäne. Anfang Woche waren es vier.

Ein Junge nimmt den Test gelassen

Schüler Andrin Hufschmid schliesst die Augen, als ihm ein Mitarbeiter des Kantonsspitals, in weisser Schutzkleidung gekleidet, das Teststäbchen in die Nase schiebt. Ein zweiter Mitarbeiter hält den Kopf des Jungen fest, damit er nicht zuckt und so unabsichtlich verletzt wird. Hat es wehgetan? «Nein, es hat einfach etwas in der Nase gejuckt», sagt der Junge zu Tele M1.

Das KSB-Personal erklärte den Kindern genau, wie die Tests ablaufen. Diese dauerte auch nur wenige Sekunden. Trotzdem war die Angst vor der unangenehmen Prozedur bei einigen Kindern gross. Da kullerten doch dicke Tränen der Angst über einige Wangen. Dafür war die Erleichterung danach desto grösser. Und als kleine Belohnung lag eine Kiste mit Sugus bereit, an der sich die Kinder nach dem Test bedienen durften.

Spezielle Einsätze für Spitalmitarbeitende

Franziska Hufschmid, die mit ihren Kindern zum Test kam, zeigte sich erleichtert und sagte: «Ich bin sehr froh, dass wir den Test machen konnten. Ich habe an so vielen Orten angerufen, und da hiess es immer, dass kein Test möglich ist.» Entweder seien die Kinder zu jung, oder es habe keinen Platz mehr. «Hier konnte ich mit allen gleichzeitig kommen. Das ist super.»

Auch für das Personal des Kantonsspitals Baden (KSB) ist die Aktion aussergewöhnlich. Einerseits, weil Ausseneinsätze selten sind. Andererseits, weil der Massentest innert eines einzigen Tages organisiert werden musste. «Die erste Information dazu haben wir am Dienstagabend erhalten», sagt Andrée Friedl, Leiterin Infektiologie am KSB. «Am Mittwoch waren wir schon in Turgi und heute hier in Mellingen.»

Beeindruckt vom Team des Kantonsspitals ist Schulpfleger Simon Koller. «Sie haben das hochprofessionell gemacht», sagt er. «Es war eine Freude, ihnen zuzuschauen, wie sie den mit Kindern umgegangen sind.» Heute Freitag bleibt die Schule geschlossen. Es folgen zwei Wochen Sportferien. Wie geht es dann weiter? «Wir bleiben optimistisch», antwortet Koller. «Wir gehen davon aus, dass wir dann wieder in geordneten Bahnen, mit allen Klassen im Unterricht vor Ort, starten können.» (pz)