Berglauf
Mellingerin war beste Schweizerin am 3-Länder-Berglauf

Von Garmisch-Partenkirchen nach Samnaun – ein Berglauf, bei dem innert vier Tagen 9800 Höhenmeter und 150 Kilometer zu bewältigen sind. Manuela Imboden hat ihn mit Bravour gemeistert. «Ganz locker, aber im Kopf bereit», ging sie an den Start.

Carolin Frei
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Manuela Imboden zeigt die Höhenprofile des anspruchsvollen Laufs.

Manuela Imboden zeigt die Höhenprofile des anspruchsvollen Laufs.

«Am Start zur letzten Etappe, die uns ans Ziel nach Samnaun brachte, war ich nahe dran, aufzugeben. Wäre mein Mann am Start gewesen, ich wäre zu ihm gelaufen und hätte das Handtuch geworfen», sagt Manuela Imboden. Denn schon am ersten Tag, der die Läufer von Garmisch ins österreichische Ehrwald brachte, musste Imboden mit einer Spritze das Blut aus den Blasen gezogen werden. Auch an den folgenden Tagen litt die 39-Jährige derart darunter, dass sie nicht ohne eingebundene Zehen und Fussballen starten konnte. «Zudem hatte ich einen starken Muskelkater in den Oberschenkeln, vom Talwärtslaufen», sagt sie.

An jedem Tag galt es, zwischen 30 und 45 Kilometer und zwischen 1800 und 2800 Höhenmeter zu bestreiten. An den ersten zwei Tagen lag die Mellingerin an dritter Stelle in der Kategorie Women. «Das war für mich einfach unglaublich», erinnert sie sich. Denn die Woche vor dem grossen Berglauf war sie noch an drei Abenden am Städtlifest in Mellingen aktiv gewesen, schmiss eine Geburtstagsparty und arbeitete tagsüber im Familienbetrieb. An ein seriöses Vorbereiten war da nicht zu denken. «Am Dienstagmorgen setzte ich mich in Chur in den Reisecar, der uns Läufer nach Garmisch brachte und meinte zu meinen Bündner «Alpinrunner»-Kollegen: ‹Jetzt beginnen meine Ferien›.» So sei sie den Berglauf auch angegangen – ganz locker, aber im Kopf bereit. Die Erfolge der ersten drei Tage haben sie so sehr beflügelt, dass sie sich auch am 4. Tag nochmals habe aufraffen können.

«Erst glaubst du, deine Grenzen erreicht zu haben und dann siehst du, dass trotzdem noch was geht.» Schliesslich kam sie – Hand in Hand mit dem 11-jährigen Sohn Nik – als Vierte und damit beste Schweizerin über die Ziellinie. «Da stand dann mein Mann, meine grosse Liebe, und schloss mich stolz in die Arme. Die Tränen liefen mir nur noch herunter.»

Geselliges war ebenso wichtig

Gut 70 Läuferinnen und 250 Läufer aus verschiedenen Ländern haben am Trail vom deutschen Garmisch über das österreichische Ehrwald, Imst und Landeck bis ins schweizerische Samnaun teilgenommen. Nicht bei allen lief es – wie bei Manuela Imboden – mehr oder weniger glimpflich ab. «Einige Läufer haben sich das Bein gebrochen, sich am Kopf verletzt oder sich so verausgabt, dass man ihnen am Ziel eine Infusion stecken musste.»

Der 39-Jährigen war es jederzeit wichtig, sich nicht verbissen diesem Lauf zu stellen. Für sie waren der Austausch unter Sportlern, die Kameradschaft und das Gesellige genauso wichtig. «An einem Abend sind wir auswärts essen gegangen, haben auf das obligate Rahmenprogramm mit Pasta-Festival, Fotos und Film anschauen verzichtet.» Trotzdem schafften es am nächsten Tag alle, um 7Uhr wieder am Start zu stehen. Nach dem 3-Länder-Berglauf hat sich die Mellingerin mit Mann und Sohn eine Woche Ferien in den Bergen gegönnt. Der nächste Lauf steht aber bereits fest. «Im September bin ich beim Jungfrau-Marathon mit von der Partie. Gleich zweimal, denn am Sonntag begleitet mich mein Mann. Das habe ich uns beiden zu unserem 10. Hochzeitstag geschenkt.»

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