Der schmale Kiesweg führt von der Villa Boveri aus in einen malerischen Park, vorbei an Statuen bis zu einer kleinen Bühne. Knapp 150 Personen warten gespannt auf den musikalischen Gast dieses Abends. Dann endlich ist es so weit: Michael von der Heide rennt im tiefschwarzen Frack auf die Bühne, seine Brusttasche ziert eine Pfauenfeder - die Show kann beginnen.

Kitsch und Comedy

Das dritte Konzert im Rahmen von «Musik im Park» der ABB Wohlfahrtsstiftung stand ganz im Zeichen des Chansons. Von der Heide mischt diesen Stil mit Pop, synthetischen Klängen und Disco-Beats der 80er-Jahre. Auch wenn die Melodien voraussehbar sind und einige Texte eher banal daherkommen, langweilig wird dem Zuhörer nie. Die Kombination aus kitschigem Glamour, Charme und Humor zieht die Zuschauer von Beginn an in ihren Bann. Schon beim zweiten Lied - unterstützt durch Bass, Mandoline und Keyboard - beginnt das Publikum euphorisch mitzuklatschen.

Bei den zahlreichen Ansagen, die mehr an Standup-Comedy als an ein Konzert erinnern, macht sich von der Heide lustig über sein schlechtes Abschneiden am Grandprix d'Eurovision und nimmt die Basler Fasnacht auf die Schippe. Während der Lieder tanzt der Chansonnier ausgeflippt und begibt sich auch mal ins Publikum. Die Pause und den Apéro zur Halbzeit hat sich der extrovertierte Showman redlich verdient.

A capella zum Schluss

Nur gemächlich finden sich die Zuschauer nach dem Apéro wieder ein, denn der paradiesische Garten lädt auch zu später Stunde noch zum Verweilen ein. Erst als von der Heide - nun im weissen Frack - auf die Bühne marschiert, füllen sich die letzten Plätze wieder. Energiegeladen wie zu Beginn hüpft er herum, um nur wenige Minuten später eine Ballade anzustimmen, die mit etwas zu viel synthetischen Streichern unterlegt wurde. Die Musik droht in Kitsch abzugleiten, doch von der Heide rettet es gekonnt mit seinem Humor. Dem Publikum gefällt es; nach dem vermeintlich letzten Song fordern sie eine Zugabe.

«Das ist das Lied, mit dem ich am Eurovision verloren habe», witzelt von der Heide und stimmt «Il pleut de l'or» an. Nach dieser Ballade verlassen die Musiker die Bühne, von der Heide steht nun alleine da und bittet um Ruhe. Ohne Mikrofon, ohne musikalische Begleitung beginnt er das Berner Volkslied «Schönster Abestärn» zu singen. Ein einfühlsames Ende eines abwechslungsreichen und glamourösen Konzertes.

Musik im Park: Donnerstag, 16. August, 20 Uhr: Thokozani Brothers, Musik aus Südafrika: Isicathamiya - die Zulu-Musiksprache.