Gateway
Migros-Logistikchef hält den geplanten Gateway für unnötig

Für Bernhard Metzger ist klar, dass der Containerterminal seine Funktion nie ganz erfüllen wird. SBB Cargo plane an der Realität vorbei.

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Bernhard Metzger ist Logistikchef der Migros.

Bernhard Metzger ist Logistikchef der Migros.

Keystone

Die SBB Cargo gerät weiter unter Beschuss wegen ihrer Planung eines Containerterminals beim Rangierbahnhof Limmattal. Nun hat sich auch der Logistikchef der Migros ablehnend gegenüber dem Vorhaben geäussert. Beim Gateway Limmattal wird nach Ansicht von Bernhard Metzger an der Realität vorbei geplant. Es liege nicht dort, wo sich die grossen Logistikzentren befinden, sagte er in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» von gestern.

Zudem werde der Terminal im Limmattal mit der Richtplan-Auflage, dass nur 20 Prozent der Container auf die Strasse umgeladen werden dürften, seine Funktion nie optimal erfüllen, so Metzger weiter.

Zwei Drittel der Container würden in der Schweiz auf der ersten und letzten Meile auf der Strasse transportiert, weil das schneller und günstiger sei. Generell werde das Verkehrswachstum im grenzüberschreitenden Verkehr mit Containern überschätzt, sagte Metzger.

Man stütze sich dabei unter anderem auf unvollständige Studien. «Unsere Beobachtung ist, dass der Export-Verkehr von Containern tendenziell stagniert oder abnimmt und die Import-Verkehre mässig wachsen.»

Neuer Terminal in der Region Basel

Nach Ansicht des Migros-Logistikchefs reicht zusätzlich zu den bestehenden Terminals ein neuer, effizienter, im Zu- wie Abfluss gleichberechtigt funktionierender Terminal für Schiene, Strasse und Wasser am nördlichen Einfallstor der Schweiz, in der Region Basel. Der Standort müsse nicht zwingend in der Schweiz sein.

Ganz unerwartet kommt die Kritik seitens der Migros allerdings nicht. Metzger ist Vizepräsident des Swiss Shipper’s Council. Der Verband der schweizerischen Verlader hatte bereits vor einem halben Jahr beim Bund interveniert und verlangt, die Planung des Gateways solle «sofort eingestellt» werden.

Befürchtet wird vor allem Geldverschwendung: Die Branche bezweifelt, dass es überhaupt ein neues Terminal braucht. Zudem sei der Standort schlecht gewählt, da es ineffizient sei, die Container zuerst von Basel, wo sie von den Häfen eintreffen, ins Limmattal zu transportieren und dann von dort für die Feinverteilung teilweise wieder zurück ins Mittelland oder die Westschweiz.

Dennoch dürften die Kritiker im Limmattal durch die Aussagen des Migros-Logistikchefs Auftrieb erhalten. Seit Jahren wird das Projekt vom Komitee «Gateway: So nicht!» bekämpft. Auch die Standortgemeinden Dietikon und Spreitenbach, Anliegergemeinden, die regionale Standortförderung sowie Parteien und Politiker lehnen das Vorhaben ab. (sda/zim)