Baden

Mike Müller: «Ich fahre in meiner Freizeit ja auch nicht mit einem Leichenwagen»

Schauspieler Mike Müller (links) und Drehbuchautor Dominik Bernet plauderten aus dem Nähkästchen.

Schauspieler Mike Müller (links) und Drehbuchautor Dominik Bernet plauderten aus dem Nähkästchen.

«Der Bestatter» Luc Conrad alias Mike Müller war zu Besuch in der Stadtbibliothek und gab einen Einblick in seinen Beruf als Schauspieler. Sein Humor kam dabei nicht zu kurz: «50-Jährige mit Ranzen waren einmal ein Schönheitsideal».

Glatt rasiert steht er da, das hellblaue Hemd ausserhalb der Hose: der Schauspieler und Satiriker Mike Müller. Neben ihm hat es sich Drehbuchautor Dominik Bernet gemütlich gemacht. An diesem Abend gewähren sie Einblick in die Entstehung der Serie «Der Bestatter», von welcher bereits die zweite Staffel im Schweizer Fernsehen zu sehen ist. Moderiert wird die Veranstaltung in der Stadtbibliothek von der Journalistin Hélène Arnet.

Mit einem Idol vor der Kamera

In der Serie mimt Müller den Bestatter Luc Conrad, der sich in seiner Freizeit mit mysteriösen Mordfällen beschäftigt. Läuft man bei einem so spannenden Charakter nicht Gefahr, sich irgendwann mit diesem zu identifizieren? Müller verneint – Mike sei keinesfalls kongruent mit Luc, «ich fahre in meiner Freizeit ja auch nicht mit einem Leichenwagen herum», sagt er lachend.

Schnell wird klar, Mike Müller ist ein Komiker mit Leib und Seele. Auf seinen beachtlichen Körperumfang angesprochen, witzelt der Schauspieler: «In Schwarzweiss-Filmen waren Fünfzigjährige mit Ranzen noch ein Schönheitsideal.»

Während des Drehs der zweiten Staffel hatte Müller das Vergnügen, mit Mathias Gnädinger vor der Kamera zu stehen. «Er ist ein Idol aus meiner Jugend und ein sehr sympathischer Mensch.» Doch es gebe auch schwierige Momente am Set: So wünsche er sich mehr Zeit, «aber auch gegen eine Verfolgungsjagd in einem Ferrari hätte ich nichts einzuwenden.»

Vom Plot zum Drehbuch

Geschrieben werden die Erlebnisse des Bestatters von drei Autoren – Dominik Bernet ist einer davon. Bis eine Folge der Serie im Fernsehen zu sehen ist, brauche es viel Zeit, erklärt der gebürtige Basler. Der erste Entwurf der Geschichte umfasse zwischen drei und sechs Seiten.

In einer zweiten Phase werden die einzelnen Szenen ausgearbeitet und beschrieben: «Es wird immer genauer, immer gnadenloser», so der Autor. Erst dann entsteht das Drehbuch mitsamt den Dialogen.

Die Besucher kommen an diesem Abend in den Genuss, einen Ausschnitt aus dem Drehbuch vorgelesen zu bekommen. Es ist wie ein Hörspiel – vor dem inneren Auge kann man die Bilder aus der Serie sehen.

Doch genauso wie auf dem Papier wird die Geschichte nicht umgesetzt, erklärt Müller: «Gewisse Sachen merkt man erst am Set, dann wird improvisiert.» So brauche man als Autor ein dickes Fell. Zum Vergleich wird die fertige Version gezeigt – leider als Stummfilm, da der Ton partout nicht funktionieren will.

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