Wohlenschwil

Millionen-Bauprojekt soll das Dorf vor Hochwasser schützen

Blick auf die Gemeinde Wohlenschwil.

Blick auf die Gemeinde Wohlenschwil.

Der Laubis- und der Höhlebach sollen gezähmt werden. Die Umsetzung der Massnahmen dürfe keinesfalls aufgeschoben werden, warnt der Gemeinderat.

Als am 8. Juni 2016 starke Gewitter übers Land zogen, verwandelten sich die Strassen in einigen Aargauer Gemeinden kurzerhand in Sturzbäche – so auch in Wohlenschwil. Das Hochwasserereignis führte dazu, dass die Gemeinde erst ein Konzept, dann ein Bauprojekt für die Zähmung des Laubis- und Höhlebachs ausarbeiten liess. Nun wird der Gemeindeversammlung am nächsten Mittwoch ein Verpflichtungskredit von 1,675 Millionen Franken für den Hochwasserschutz unterbreitet.

Das Projekt sieht zum einen ein Rückhaltebecken ausserhalb der Bauzone im Gebiet «Bergmatten» vor. Dieses 4800 Kubikmeter fassende Becken hat zum Ziel, dass im Unterlauf keine Schäden mehr zu erwarten sind, sprich, dass die Eindolungen von Laubis- und Höhlebach im Dorf das anfallende Wasser bei einem Jahrhundertereignis zu schlucken vermögen. Für den Bau müssen rund 390 Quadratmeter Wald gerodet werden. Diese Fläche wird ersatzaufgeforstet, wobei auch ökologische Wiederherstellungs- und Ausgleichsmassnahmen erfolgen.

Zum anderen sieht das Bauprojekt vor, dass die Steilstrecke talseitig der Querung der Lenzburgerstrasse saniert und ausgebaut wird. Dies, weil unter anderem die bestehende Beton-Bachsohle mürb ist und bröckelt – und jeweils bei heftigen Regenfällen hinuntergespült wird. Nicht zuletzt soll der Einlaufbereich vor der Eindolung in Büblikon optimiert werden.

Wie der Gemeinderat in der Vorlage schreibt, würden die ungenügende Abflussqualität und die Gefährdung der Steilstrecke durch Erosionen aufzeigen, dass trotz bereits teilweise vorgenommener Schutzmassnahmen tiefer greifender Handlungsbedarf bestehe. Die Umsetzung von Hochwasserschutzmassnahmen «gelten – wo nötig und sinnvoll – nicht zuletzt aufgrund der schwerwiegenden Hochwasserereignisse im Juni 2016 als zwingend angezeigt und dürfen keinesfalls aufgeschoben werden».

Am Bauprojekt beteiligen sich auch Bund, Kanton und die Aargauische Gebäudeversicherung, wobei der Anteil der Gemeinde Wohlenschwil bei 603 000 Franken liegt. Geht alles nach Plan, soll das Rückhaltebecken zwischen Mai und Oktober 2020 realisiert werden, die Sanierung und der Ausbau der Steilstrecke ist im selben Zeitraum im Jahr 2021 vorgesehen. (ces)

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