Turgi

Millionenverlust wegen Flüchtlingen? Gemeindeammann will mehr Einfluss auf Sozialhilfekosten

«Eine 59-jährige Schweizerin, die jahrzehntelang in die Sozialwerke eingezahlt hat, hat mehr verdient als ein anerkannter Flüchtling»

«Eine 59-jährige Schweizerin, die jahrzehntelang in die Sozialwerke eingezahlt hat, hat mehr verdient als ein anerkannter Flüchtling»

Gemeindeammann Adrian Schoop im Beitrag von Tele M1.

Adrian Schoop ist Gemeindeammann von Turgi, das letztes Jahr zwei Millionen Franken Verlust gemacht hat. Der FDP-Politiker fordert nun mehr Einfluss der Gemeinden auf die Sozialhilfe, die ein grosser Kostenfaktor sind. Schoop will etwa Leistungen für Flüchtlinge kürzen.

Turgi hat vergangenes Jahr ein Minus von zwei Millionen Franken eingefahren. Gemeindeammann und FDP-Grossrat Adrian Schoop macht dafür hauptsächlich die Sozialhilfekosten verantwortlich. Anfang Jahr haben sich die Spielregeln geändert: Seit dann gelten neue Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos).

Die Verschärfungen tragen gemäss Schoop dazu bei, dass die Zukunft der Gemeindefinanzen noch düsterer aussieht. Wegen der neuen Regeln müssten die persönliche und die wirtschaftliche Selbstständigkeit von Bezügern gefördert werden. Das geht ihm zu weit: "Für mich ist Sozialhilfe eine absolute Überbrückung einer Notsituation", sagt er zu «Tele M1».

Von der Aargauer Regierung will er nun in einem Vorstoss wissen, wie man die Sozialhilfekosten senken könne. Denn: In Turgi fliesse jeder vierte Franken in die Sozialhilfe. Als Beispiel nennt er Zahnsanierungen bei Flüchtlingen.

"Wir möchten einen anerkannten Flüchtling anders behandeln können als beispielsweise eine 59-jährige Schweizerin, die jahrzehntelang in die Sozialwerke eingezahlt hat", sagt Schoop. Die Schweizerin habe aus seiner Sicht mehr verdient als ein anerkannter Flüchtling. 

Grünen-Grossrätin Gertrud Häseli findet den Vorstoss unnötig. Sie fände es wichtig, dass wir in unserem Staat für die Schwächsten unserer Gesellschaft gute Rahmenbedingungen schüfen. "Die Skos-Richtlinien sind kein Luxus."

Häseli weist darauf hin, dass nicht behandelte Krankheiten bei Flüchtlingen Folgekosten verursachen könnten. Zahnsanierungen würden heute ohnehin nur auf tiefem Niveau durchgeführt. (mwa)

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