In insgesamt sieben Gemeinden der Region bepflanzen Kinder, Familien, Schulklassen, und Hobbygärtner in diesen Tagen 177 Hochbeete mit Kräutern, Gemüse und Beeren. Damit ist der «Garten jEden» der Jugendarbeit Region Baden in seine zweite Saison gestartet. Was im vergangenen Jahr in Baden, Ennetbaden, Würenlos und Ehrendingen mit 94 Hochbeeten startete, spriesst inzwischen in drei weiteren Gemeinden: Turgi, Ober- und Untersiggenthal haben sich dem «Garten jEden» angeschlossen. Die Hochbeete haben sich nahezu verdoppelt und mit ihnen die Paten, sprich die Gärtner, die sich während der kommenden Monate um die Kräuter, das Gemüse und die Beeren kümmern.

«Einen Salat zu essen, dem man vor der eigenen Haustür beim Wachsen zusehen konnte und den man selber pflegte, hat etwas Faszinierendes», nennt Sandra Perego, Leiterin der Regionalen Jugendarbeit Baden, als einen der Gründe für das durchschlagende Interesse an den Mini-Gärten. Eine weitere Motivation zum Gärtnern ist der Austausch unter den Patinnen und Paten. «Die Patinnen und Paten stehen mit ihren Hochbeeten nicht alleine da, sondern können ihre Erfahrungen und Gärtnersorgen miteinander teilen», sagt Perego.

Passanten dürfen mutiger sein

Nur am anderen Ende des Produktionsprozesses hapert es noch etwas: Die Ernte wäre eigentlich für alle da. Jeder, der Lust hat, kann, wenn das Gemüse reif ist, etwas mit nach Hause nehmen. «Wir haben aber festgestellt, dass sich viele Passanten nicht trauen, einfach eine reife Tomate zu pflücken oder ein paar Kräuter abzuzupfen», sagt Perego. Dabei ist genau dies die Idee des Projekts – eben ein Garten für Jeden. Die Zurückhaltung sei verständlich, denn die Leute seien sich nicht gewohnt, dass man etwas einfach mitnehmen dürfe. «Wir hoffen, dass die Passanten in dieser Saison etwas mutiger sein werden.» Damit das Ernten klappt, ist jedes Hochbeet mit einer Infotafel versehen, auf der nebst Informationen zum Projekt die Standorte der Hochbeete eingezeichnet sind. Die Paten informieren in einem separaten Feld, was wann geerntet werden kann. Je nach Wetter kann bereits in zwei bis drei Wochen Salat geerntet werden. Als Nächstes sollten die Cocktailgurken reif sein. «Alles andere braucht etwas länger», sagt Perego.

Viel Goodwill und Arbeit

Nicht nur das Wetter ist beim gross angelegten Gartenprojekt manchmal eine echte Herausforderung, sondern auch die Organisation und die Finanzierung. «Ohne den Goodwill der lokalen Gärtnereien wäre die Arbeit kaum zu stemmen», sagt Perego. Verschiedenen Orts stellen die Gartenbetriebe die Setzlinge sowie an den Pflanztagen das Material zur Verfügung und helfen beim Transport der Hochbeete.

Der Swisslos Fonds Aargau unterstützt das regionale Projekt mit 18 000 Franken, was rund zwei Dritteln der Gesamtkosten entspricht. Die Organisation in den einzelnen Gemeinden übernimmt die jeweilige Jugendarbeit. «Der ‹Garten jEden› ist eigentlich ein klassisches Gemeinwesenprojekt», erklärt Perego, «allerdings gibt es in den Gemeinden keine Stellen für solche Projekte, deshalb macht das die Jugendarbeit».

Mit dem Pflanztag ist die Hauptarbeit der Hobbygärtner geschafft. In den kommenden Monaten sorgen sie dafür, dass die Setzlinge gedeihen und passen auf, dass sich keine Schnecken über den Salat her machen. So wie es im vergangenen Jahr geschah. «Wegen des vielen Regens hatten einige Paten eine Schneckenplage im Beet», sagt Perego. Aber auch solche unerfreulichen Erfahrungen gehörten zum Gärtnern dazu.

Erfreulich sei hingegen, dass es kaum Beschädigungen an den Hochbeeten gab. «Wir hatten einzelne Fälle, in denen mal eine Pflanze ausgerissen wurde, aber sonst passiert in der Regel nichts», sagt Perego.