Überwachung

Mit 13 Videokameras: Neuenhof sagt den Schulhaus-Vandalen den Kampf an

Patrouillen von Polizei und Sicherheitsdienst auf Schulareal brachten keinen Erfolg – nun sagt Neuenhof den Vandalen mit Videokameras den Kampf an. Der Gemeindeammann hofft auf eine Entschärfung.

Vandalenakte sorgen in Neuenhof seit Jahren für Unverständnis, Ärger und hohe Kosten. Der Gemeinderat hat sich deshalb zu einer aussergewöhnlichen Massnahme entschieden. Im Kampf gegen die Vandalen lässt er 13 Videokameras installieren. Allein fünf Kameras werden Eingänge des Schulhauses Schib­ler ins Visier nehmen. Weitere werden an der Aula, der alten Turnhalle und anderen Gebäuden im Schulareal angebracht.

Widerstand aus der Bevölkerung des 8900-Einwohner-Ortes gibt es keinen. Das Reglement zur Videoüberwachung lag im Sommer einen Monat lang öffentlich auf. Kurz danach, Mitte August, hat der Gemeinderat auf dieser Grundlage die Baubewilligungen für die Installation der Videokameras erteilt. Die Massnahmen sollen in den Herbstferien umgesetzt werden. «Die Kosten belaufen sich auf rund 55000 Franken», führt Gemeindeammann Martin Uebelhart aus.

Vandalen schlugen zuletzt im Juli zu

Erst im Juli, während der Auflage, hatten Unbekannte Steine gegen die Glasfront des Schulhauses an der Zürcherstrasse geworfen und drei Scheiben beschädigt. Ein Augenzeuge beobachtete, wie einige Jugendliche davonrannten. Auch andere Liegenschaften im Schulareal wurden in den letzten Jahren durch verschiedene Vandalenakte in Mitleidenschaft gezogen. «Die jährlichen Kosten belaufen sich auf einen Betrag im oberen fünfstelligen Bereich», sagt Martin Uebelhart.

Allein an den Eingängen des Schulhauses Schibler werden fünf Videokameras installiert.

Allein an den Eingängen des Schulhauses Schibler werden fünf Videokameras installiert.

Vor der Videoüberwachung hat der Gemeinderat auf andere Massnahmen gesetzt. Patrouillen von Regionalpolizei und Sicherheitsfirmen, teilweise mit Hunden, hätten leider nicht «zum gewünschtem Resultat» geführt, sagt der Gemeindeammann. «Bei sämtlichen Vandalenakten wurden und werden konsequent entsprechende Strafanzeigen eingereicht.»

Die meisten Fälle blieben ungeklärt. «Wir erhoffen uns, die aktuelle Lage zu entschärfen», führt Uebelhart aus. «Am liebsten ist uns, wenn die Installation dieser Videokameras eine so grosse präventive Wirkung erzielt, dass es zu keinen weiteren Vandalenakten mehr kommt.» Falls doch, hoffe er, «dass wenigstens die Ermittlung der Täterschaft deutlich vereinfacht wird».

Trostloser Anblick: Das Schulareal in Neuenhof.

Trostloser Anblick: Das Schulareal in Neuenhof.

Das Schulareal in Neuenhof bietet zurzeit einen trostlosen Anblick. Viele Spielgeräte sind im Rahmen der Neugestaltung verschwunden. «Seit drei Jahren gibt es auf dem Pausenplatz lediglich noch Kies, Grien, Steine am Boden und quaderförmige grosse Steinblöcke zum Draufsitzen», schrieb Judith Sieber, eine ehemalige Lehrerin der Neuenhofer Schule, in einem Leserbrief im Juli.

Eine Lehrer-Arbeitsgruppe habe sich mit kindgerechter Pausenplatzgestaltung auseinandergesetzt und auch Vorschläge dazu gemacht, leider sei bisher nichts davon verwirklicht worden. «Wen wundert’s, wenn Kinder oder Jugendliche, oder wer auch immer, mit Steinen schmeissen?», schrieb Sieber.

Die Gemeinde will das Schulareal offenbar wieder attraktiver gestalten. «Zurzeit sind wir daran, die Möglichkeiten der Pausenplatzgestaltung im Bereich der Schulanlagen zu eruieren und zu planen», sagt Martin Uebelhart dazu. Die Arbeiten seien erst kürzlich gestartet worden. Dem entsprechend könne er aber noch nichts Konkretes anfügen.

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