«Die Krone trage ich sonst nie», lacht Daniela Vergari (22) beim Fotoshooting. Gekrönt wurde die sympathische Italienerin im Juni des vergangenen Jahres in Locarno – im Final stach sie 15 Konkurrentinnen aus und wurde zur schönsten Italienerin der Schweiz gekürt. Wenige Tage später gings ab nach Jesolo an die Adriaküste: Als Miss Italia-Svizzera 2010/11 vertrat sie die Schweiz am grossen Spektakel «Miss Italia nel mondo 2010/11». Ganze 50 Italo-Schönheiten aus aller Welt nahmen am Wettbewerb teil, Daniela schaffte es unter die 24 Finalistinnen. Der staatliche TV-Sender Rai Uno übertrug die Show live. «Ab und zu werde ich deshalb in der Schweiz angesprochen – meist von Italienern», erzählt die brünette Italo-Beauty.

Ein Traum wäre es, gelegentlich als Fotomodell zu arbeiten – etwa für Brillen-, Mode- oder Schmuckaufnahmen. Im Tele-Züri-Magazin «Lifestyle» wurde die Italo-Miss kürzlich unter dem Motto «Royal Styling» geschminkt wie die englische Prinzessin Kate. Auch eine Einladung zum italienischen «Big Brother»-Casting flatterte ins Haus. «Ich bin offen für seriöse Aufträge», sagt die natürlich-zurückhaltende Schönheitskönigin.

In zwei Welten zuhause

«Ich bin in zwei Welten zu Hause», lächelt Daniela Vergari. Mamma Anna stammt aus Sizilien, Papa Antonio aus Apulien. Daniela ist in Schlieren geboren und lebt seit langem mit ihren Eltern in Spreitenbach. «Ich bin Italienerin, fühle mich aber auch sehr verbunden mit der Schweiz. Ich bin hier geboren und habe viele Schweizer Freundinnen.» Deshalb will die Italienerin jetzt auch noch den Schweizer Pass und lernt bereits für das Einbürgerungsprozedere: «Die Schweiz als Bundesstaat wurde 1848 gegründet.»

«Im Sommer liebe ich Italien, im Winter bin ich ein Fan der Schweiz.» Schlitteln und Snowboarden gehören
zu den Hobbys der Miss Italia-Svizzera 2010/11. Kulinarisch schwärmt Daniela von «bella Italia»: Pizza Prosciutto, Pizza Funghi, Pannacotta. «Nur bei Pasta bin ich heikel. Teigwaren esse ich kaum – ausser sie sind ‹fatte in casa›, also hausgemacht», erklärt sie. Fast lieber als Teigwaren sind der 178cm grossen Bellezza Chicken-Nuggets mit Salat. «Zudem mag ich mexikanische Fajitas.» Daniela Vergari steht aber auch gern selbst in der Küche: «Ich verwöhne meine Familie und Freunde oft mit feinen Desserts
und Kuchen.» Zum Back-Repertoire der Miss Italia-Svizzera gehören auch echte Schweizer Guetzli: «In der Weihnachtszeit backe ich Mailänderli, Schoggi-Herzli und Zimtgipfel.» Im Winter darfs dann gern auch ein Schweizer Fondue oder ein währschaftes «Schnipo» sein.

Der Traum von Model-Karriere

Ihr Flair für Zahlen («eine Telefonnummer weiss ich nach zweimal Anschauen auswendig») hat Daniela Vergari zum Beruf gemacht. Bei der Firma Helukabel in Spreitenbach ist die 22-jährige als Buchhalterin tätig: «Ich bin eine Perfektionistin – eben fast schon ganz Schweizerin.» Im Rahmen der Lehrabschlussprüfung schrieb sie eine 20-seitige Arbeit über die Mafiaorganisation Cosa Nostra: «Das Thema faszinierte mich. In Süditalien haben viele Familien mit der Mafia zu tun», weiss die Italo-Miss, die solche Verbrecher-Clans verabscheut.

Vielleicht erfüllt sich für Daniela Vergari bald der Model-Traum: Ein zweifelhaftes Angebot von einem 60-jährigen italienischen Filmregisseur hat sie aber abgelehnt. «In Italien läuft im Model-Business viel Unseriöses ab.» An eine Bunga-Bunga-Party von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der seinen jungen Gespielinnen und Miss-Kandiatinnen auch mal eine Statue von Priapos, dem griechischen Gott mit übergrossem Penis, verteilt, würde Daniela nie gehen. «No! So etwas geht gar nicht – mit Berlusconi mach ich keine Party!», sagt sie entschieden. Lieber geht sie mit Freundinnen ins Kino, shoppen («im Keller stehen 100 Paar Schuhe – alle aus Italien!») oder tanzen. Im Tonstudio nahm sie mit Kollegen eine italienische Ballade auf: «Ti accorgerai» (Du wirst merken) singt sie darin. Ein grosser Wunsch ist eine Reise in die USA: «San Francisco würde ich gern mal sehen.»

Zurzeit geniesst Miss Italia-Svizzera den Frühling auf Ausfahrten in ihrem perlmuttroten Alfa Romeo Giulietta und freut sich auf den Nachwuchs von Bruder Lillo (33): «Im August werde ich Gotti!»