Baden
Mit Corona-Test zum Einwohnerrat - der wählt eine neue Vizepräsidentin

Damit die Sitzung stattfinden kann, sollten sich die Einwohnerräte einem Corona-Schnelltest unterziehen, organisiert und finanziert von der Stadt.

David Rutschmann
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Die Mitglieder des Einwohnerrats durften im Vorfeld das Angebot eines kostenlosen Corona-Schnelltests beim Institut für Arbeitsmedizin in Baden wahrnehmen.

Die Mitglieder des Einwohnerrats durften im Vorfeld das Angebot eines kostenlosen Corona-Schnelltests beim Institut für Arbeitsmedizin in Baden wahrnehmen.

David Rutschmann

Um 17 Uhr war schon einiges los im Institut für Arbeitsmedizin. Die Stimmung unter den Lokalpolitikern im Testcenter war locker, man scherzte − dass es doch noch zur «bösen Überraschung» eines positiven Testergebnisses kommen könnte, war kein Thema. «Hier ist die Ansteckungsgefahr höher als später im Trafo» scherzte einer, als er den Wartebereich betrat.

Die erste Badener Einwohnerratssitzung des Jahres 2021 war geprägt von Corona: Um politische Beschlüsse nicht aufschieben zu müssen, sollte die Sitzung im Trafo stattfinden − wer teilnehmen wollte, wurde zum Schnelltest gebeten.

Wie viele Einwohnerräte sich tatsächlich testen liessen, ist unklar − den negativen Test mussten die Sitzungsteilnehmer nicht etwa am Eingang vorzeigen, um hineingelassen werden. So blieb es bei einem lieben Bitten, sich doch zum Wohl aller testen lassen. Wenigstens die Kosten für die «Massentestung» übernahm die Stadt Baden.

Der Blick in das Wartezimmer lässt jedoch vermuten, dass doch zumindest ein Grossteil der Einwohnerräte der Bitte zum freiwilligen Test nachgekommen ist. «Eine gewisse emotionale Verpflichtung war schliesslich doch da», befand Nadia Omar (Team). Sie findet lobende Worte für die gute Organisation der Tests und reiht sich damit in den Tenor der anderen Einwohnerräte ein. Auch Michael Rinderknecht (SVP) fand die Tests «speditiv und unkompliziert». Stadträtin Regula Dell’Anno-Doppler (SP) findet gar fast den gleichen Wortlaut.

Doch unumstritten war die Durchführung der ersten Einwohnerratssitzung im Jahr 2021 nicht. FDP-Fraktionsmitglied Mark Füllemann hatte im Vorfeld eine Verschiebung der Sitzung gefordert. Wie drei weitere Einwohnerräte blieb auch er der Sitzung schliesslich fern.

Einwohnerrat wählt neue Vizepräsidentin

Man habe sich entschlossen, die Sitzung durchzuführen, obwohl damit «gewisse Personen ausgeschlossen und das Öffentlichkeitsprinzip eingeschränkt wird», hielt Sarah Wiederkehr (CVP) fest. Ihre Fraktion forderte daher, dass für die kommende Sitzung wieder sichergestellt werde, dass alle Einwohnerräte und Besucher teilnehmen können.

Neu-Vizepräsidentin Iva Marelli wird 2022 zur höchsten Badenerin.

Neu-Vizepräsidentin Iva Marelli wird 2022 zur höchsten Badenerin.

Zvg

Doch mit 46 Teilnehmern war der Einwohnerrat definitiv handlungsfähig. So wählte er einstimmig Iva Marelli (Team Baden) zur Vizepräsident des Einwohnerrats. Sie folgt auf Parteikollege Benjamin Steiner, der vergangenes Jahr in den Stadtrat gewählt wurde. Kommendes Jahr wird Marelli somit Präsidentin des Einwohnerrats und damit auf dem Papier zur «höchsten Badenerin».

Die dienstälteste Einwohnerrätin Barbara Bircher (SP), seit 2004 im Parlament, liess derweil an der Ende der Sitzung ihren Rücktritt verkünden. Was die Abwesenden sonst noch verpassten: Einen Crash-Kurs im richtigen Umgang mit Schutzmasken von Doris von Siebenthal (EVP). «Wenn ich sehe, wie manche hier ihre Maske behandeln, scheint das ganz sinnvoll zu sein», sagte die Mitarbeiterin des Kantonsspitals neckisch.

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