Baden

Mit dem «Büssli» bis Amsterdam und Berlin

An der Plattentaufe von «Far From Going Home»: Dave Eleanor und Catja Lanfranchi.  Lukas Jegerlehner

An der Plattentaufe von «Far From Going Home»: Dave Eleanor und Catja Lanfranchi. Lukas Jegerlehner

Die Band Samu Project geht nach der Plattentaufe ihres Debütalbums «Far From Going Home» auf Tournee. In zwei Wochen spielen die Musiker acht Konzerte.

Durch Garten und Schopf gelangt man in den engen Kellerraum. Er ist voll mit Instrumenten, Verstärkern, Bildern, Sofas. Vier Musiker grüssen. Dave Eleanor setzt sich, zündet sich eine Zigarette an: «Plaudern wir zuerst.» Es ist ruhig geworden. Fragen, Antworten. Ihre Geschichte ist ganz jung: Die Band Samu Project gibt es in dieser Konstellation erst seit einem halben Jahr.

«Im Sommer haben wir an Open Airs gespielt», erzählt Dave. Entstanden ist ein Album; im Februar geht es auf Tournee, durch ganz Deutschland, sogar bis nach Amsterdam.

«Far From Going Home»

«Tournee» – das Wort hat einen mystischen Beiklang. «Es ist ein Traum, so etwas zu machen», sagt Adj Mandou. Er ist Perkussionist und Schlagzeuger, Dario Stalder spielt Bass und Akkordeon. Die drei kommen aus Baden, die Sängerin Catja Lanfranchi aus Bremgarten.

«Wir fahren mit einem Büssli; in zwei Wochen spielen wir acht Gigs», erzählt Dave. Allen ist klar: Es wird eine intensive Zeit. Dario schmunzelt: «Es ist aber auch zwischen uns intensiv.» – eine Intensität, die vom ersten Moment an zu spüren ist, wenn die vier beieinander sitzen. «Far From Going Home» lautet der Titel ihres Debütalbums. Dave dazu: «Wir sind auf dem Weg, gehen noch lange nicht nach Hause: Wir machen jetzt Musik!»

Wenn Dave zur Gitarre greift, Adj sich ans Schlagzeug setzt, gerät alles in Schwingung. Dave singt, was ihn bewegt, was ihn umtreibt. Die Intensität ist physisch spürbar. «Es sind Situationen, die ich erlebt habe, welche ich in den Songtexten aufnehme», sagt der Sänger, Gitarrist und Songtexter. Er erzählt: «Im Sommer war ich viel unterwegs, müde und kaputt.» Daraus entstehen Ideen und später Texte. «Musik zu machen, ist eine Art, zu verarbeiten», bestätigt er. «Oft geht es um existenzielle Fragen.» Catja fügt an: «Die Texte sind oft schwer.» – «Sie regen zum Denken an», bestätigt Adj.

Warum das alles entstanden ist? «Ich will einfach nur Musik machen», die klare Antwort von Dave. «Völlig, das reicht», bestätigt Dario und Adj sagt mit ernster Miene: «Musik ist die einzige Konstante.»

Die Plattentaufe war ein Erfolg

Am letzten Freitag war es dann so weit: Die Plattentaufe im Merkker in Baden war ein Erfolg. «Wir hatten volles Haus», berichtet Dave. Und die Taufe war ein Abenteuer, wie könnte es auch anders sein? Erst fünf Minuten vor ihrem Auftritt hatten sie die fertigen CDs das erste Mal selber in der Hand.

Zum Musikstil von Samu Project: Ist es nun «experimenteller Indie», eher Singer-Songwriter oder etwas ganz anderes? «Es ist gut, dass wir nicht leicht zu definieren sind»,
sagt Catja, «schliesslich wollen wir etwas Neues schaffen.» Und das tun sie: Während Adj eine westafrikanische Djembé in die Drums des Schlagzeuges integriert, holt Dario sein Akkordeon hervor – eine sehnende Stimme. «Wer unterwegs ist, der sucht immer weiter», meint Dave. Adj gibt ein ausgefeiltes Solo an der Djembé, Dave übernimmt die Drums. Sie zeigen keine Scheu davor, rhythmisch ganz Neues zu wagen. Adi dazu: «Das Leben ist ein Abenteuer.» Garantiert, zumindest für die jungen Musiker: Die Tournee ruft – ein ungewisser Weg mit neuen Herausforderungen: quer durch Deutschland bis nach Amsterdam, Hamburg, Berlin. «Wir freuen uns riesig.»

Weitere Infos und Musik zum Hören unter www.samuproject.ch. Die CD «Far From Going Home» kann unter info@samuproject.ch bestellt werden.

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