Baden

Mit dem Industrie-Charme ins Bett: Trafo Hotel mit 81 Zimmern hat geöffnet

In den früheren BBC-Hallen lässt es sich nun bequem schlafen – und noch mehr: Das Trafo Hotel mit 81 Zimmern ist zugleich ein Kongress- und Freizeit-Center. Das 3-Sterne-Superior-Hotel weiht ein neues Zeitalter ein.

«Charles Brown und Walter Boveri wären wohl die ersten Gäste gewesen», ist Chris Klein von Trafo Hotel AG überzeugt. Ihre Büsten scheinen in der Lobby den angekommenen Gast zu begutachten und stehen für ein Stück Unternehmertum an diesem Platz.

Während gestern die ersten 70 Gäste an ihnen vorbei zum Check-in schritten, wurde in kleinem Kreis das neue Trafo Hotel offiziell eröffnet.

Das 3-Sterne-Superior-Hotel weiht im Trafo Center Baden zugleich ein neues Zeitalter ein. Das Ziel, ein Kongress- und Freizeit-Center mit Hotel aufzubauen, ist erreicht.

Interessant für die Stadt

81 Doppel- und Einzelzimmer umfasst das Hotel, das den mehrheitlich zu erwartenden Business-Gästen eine gute Infrastruktur bietet. Dazu gehören auch mehrere Seminarräume und ein Businesszentrum, betrieben in enger Kooperation mit der Trafo Betriebs AG als Betreiberin des Kongress-Zentrums.

Thomas Lütolf, Leiter Standortmarketing der Stadt Baden, schätzt die Bedeutung des neuen Hotels hoch ein: «Die Eröffnung des Trafo Hotels ist ein starkes Destinationsbekenntnis aus der Privatwirtschaft.»

Er ist überzeugt, dass die aus mehrtägigen Veranstaltungen resultierenden Übernachtungsbedürfnisse nun einfacher zufriedengestellt werden können. «Das neuartige Service-Konzept im 3-Sterne-Plus-Bereich wirkt komplementär zu unseren bestehenden Hotelangeboten», fügt Lütolf an. Erfreulich aus Sicht Standortmarketing sei der starke historische Bezug zur Badener Industriewelt.

Zusammen mit den sechs bestehenden Hotels und zwei kleineren Pensionen hat Baden mit dem Trafo Hotel 361 Zimmer beziehungsweise 537 Betten im Angebot. Lütolf ist überzeugt, dass die Stadt dank den neuen Trafo-Hallen im Tagungsgeschäft auch das Logiervolumen steigern wird. Dabei wird laut Lütolf eine Tendenz eher in Richtung Wochenende spannend sein, weil dort heute ohne voluminöses Bäderangebot die kleinste Nachfrage bestehe.

Ortsgerechte Architektur

Business- und ortsgerecht ist zweifellos auch das gesamte Hotel-Konzept: Begrüsst wird man in der zweigeschossigen offenen Lobby von einer Check-in-Station und einer Empfangsperson, die notfalls über technische Schwierigkeiten hinwegführt.

Links und rechts angegliedert sind eine Lounge und ein kleiner 24-Stunden-Market. Kein Zweifel: An diesem Ort soll auch genetzwerkt werden. «Unsere Gäste sollen sich hier wie zu Hause fühlen», sagt dazu Hoteldirektor Erik Roedenbeck.

Neben den unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen ABB-Hallen 36 und 37 ist anstelle der Halle 38 ein schlichter und eleganter Neubau entstanden. Dort stand eine Industriehalle, wo die BBC Grosstransformatoren herstellte, die in die ganze Welt verschickt wurden. Grosse Fotos aus dieser Zeit zieren die Etagenwände vor dem Lift.

Aus diesem Zeitalter wurde zumindest architektonisch der Industrie-Charme hinübergerettet. Sie verzichtet auf jeglichen Schnörkel und bringt mit gradlinigen Strukturen sowie metallfarbenen Materialien das Raumerlebnis in einen industriellen Kontext. Silber, Kupfer und Bronze dominieren in verschiedenen Tönen, während in den Zimmern die Tapeten in zurückhaltenden, die Decke in anthrazitfarbigen Metalltönen gehalten sind. Im Kontrast dazu dominieren weisse Flächen. Aus den Einzelzimmern eröffnet sich der Blick auf die 660 bunten Glasfenster der Event-Halle 37, die von Ugo Rondinone als Kunst am Bau geschaffen wurden.

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