Gebenstorf
Mit dem Verkehrs-Chaos im Supermarktparadies Geelig soll bald Schluss sein

Das Gewerbegebiet hat sich in Kürze zum Supermarktparadies entwickelt. Doch Besucher kritisieren das Durcheinander auf den Zufahrtsstrassen. Der Gemeinderat geht nun über die Bücher.

Pirmin Kramer
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Vortritt hat, wer ihn sich nimmt: Auf den Strassen im Supermarkt-Gebiet Geelig kommt es regelmässig zu brenzligen Situationen. PKR

Vortritt hat, wer ihn sich nimmt: Auf den Strassen im Supermarkt-Gebiet Geelig kommt es regelmässig zu brenzligen Situationen. PKR

Pirmin Kramer

Während einige Kilometer entfernt, in den grenznahen Gemeinden, die Supermärkte immer mehr Kunden an die deutsche Konkurrenz verlieren, passiert in Gebenstorf Erstaunliches: Das Gewerbegebiet Geelig entwickelt sich zu einer Einkaufsmetropole. Den Anfang machte Aldi – seither haben sich auch Landi, Coop, Migros und Denner einquartiert. Weiter wurde eine Apotheke eröffnet, und Moser’s Backparadies aus Baden produziert und verkauft nun auch hier Brötchen.

Längst kaufen im Geelig Menschen aus der ganzen Region ein, darunter auch Kurt Bärtsch aus Turgi. So sehr er froh über die grosse Auswahl an Läden ist – eines stört ihn: die Verkehrssituation. «Das Gebiet ist strassenmässig zwar erschlossen. Es fehlt jedoch ein Verkehrskonzept.» Weder die Autofahrer noch die Fussgänger würden in irgendeiner Art gelenkt. «Es gibt zahlreiche Ein- und Ausfahrten zu Parkplätzen und Garagen. Eine Systematik beziehungsweise ein Konzept ist nicht erkennbar. Sobald es ein wenig Verkehr hat, kommt es zu chaotischen und gefährlichen Situationen.» Autos und Lastwagen würden die Trottoirs befahren, um auszuweichen oder anzuhalten. Die Gemeinde müsste ein Verkehrskonzept ausarbeiten lassen, findet Bärtsch.

«Uns ist in den vergangenen Monaten einige Male mitgeteilt worden, es sei zu brenzligen Situationen gekommen», sagt Frau Vizeammann Renate Meier. «Im Prinzip sind die Zu- und Wegfahrten zu den einzelnen Dienstleistern und vor allem die Verkehrsregeln klar definiert, nur werden sie von den Beteiligten nicht immer befolgt.»

Darum hat der Gemeinderat ein Verkehrsplanungsbüro beauftragt, das Wohn- und Gewerbegebiet Geelig unter die Lupe zu nehmen. Ein erster Massnahmeplan liegt vor. Noch dieses Jahr soll das Konzept gemeinsam mit Landeigentümern umgesetzt werden, teilt der Gemeinderat mit. Vorgesehen sind eine Verbreiterung der Strasse, verkehrsberuhigende Massnahmen durch Temporeduktion auf teilweise bis zu 20 km/h, klarere Signalisation für Autofahrer und Fussgänger sowie Änderungen beim Ausfahrtsknoten.

Vor zwei Jahren reagierte der Gemeinderat ein erstes Mal auf die schwierige Verkehrssituation: Er verfügte eine Bausperre gegen eine weitere Filiale eines Grossverteilers. «Noch mehr Verkehr können wir unseren Einwohnerinnen und Einwohnern nicht zumuten», erklärte Gemeindeammann Rolf Senn damals.

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