Baden
Mit den drei Jungs in der Kiste

Seit über einem Monat rumpelt es im ehemaligen Club «Ventil». Tagaus, tagein sieht man junge Leute emsig am Arbeiten. Der Club «Kiste» folgt aufs «Ventil» und will mit Elektro die hiesige Partyszene aufmischen.

Corinne Rufli
Drucken
Teilen

Seit über einem Monat rumpelt es im ehemaligen Club «Ventil». Tagaus, tagein sieht man junge Leute emsig am Arbeiten. Es tut sich was in der Badener Partyszene. «Kiste» heisst der neue Club, der heute Abend seine Eröffnung mit einer Party feiert.

Drei junge Männer aus dem Surbtal bringen frischen Wind in die Bäderstadt: Die Clubführer und Partyhelden sind Barchef Jorin Schmitz, Renato Binder, verantwortlich für Technik und Booking und der selbsternannte «Finanzheini» Marc Huber. Sie sind zwischen 23 und 25 Jahre alt, motiviert und ehrgeizig.

«Wir kennen uns schon ewig und wollten einmal etwas miteinander auf die Beine stellen», sagt Schmitz. «Wir sind jung und unbefangen, das sind gute Voraussetzungen», sagt Binder und Huber fügt an: «Man muss Party machen, wenn man jung ist. Es war ein Ansporn, dass wir unser eigener Chef sein können.»

Prinzessinnen-WC und Wandbilder

Elektronische Musik wird künftig die «Kiste» zum Poltern bringen. Binder: «Elektro ist für uns die Clubmusik. Das fehlt in Baden. In Zürich gibt es mittlerweile viele Elektro-Parties. Wir füllen so eine Lücke.» Sie wollen damit die Leute, die nach Zürich in den Ausgang gehen, abfangen. «Ein bisschen Zürich-Flair in Baden. Wir sind ja auch an der Zürcherstrasse 1», sagt Binder und lacht. Dann fügt er an: «Wir wollen der beste elektronische Club im Aargau werden.» Der Sound werde sich zwischen Swing Elektro, Deep House und 80er- und 90er-Trash bewegen, wie der musikbegeisterte Renato Binder erklärt. Ihnen ist ein Anliegen, Badener DJs zu unterstützen.

Doch wie kam es überhaupt zu dieser Übernahme? Als die drei hörten, dass der Club «Ventil» seine Tore schliesst und zum Verkauf steht, zögerten sie nicht lange. «Es gab einige Interessenten. Da unsere Idee, wie wir das Lokal weiterführen wollen, auch dem Sinn der «Ventil»-Leitung entsprach, haben sie sich wohl für uns als Nachfolger entschieden», meint Binder.

Konzept wird erweitert

Es sei dann alles schnell gegangen und nun sind das «Kiste»-Team und die unzähligen Helferinnen und Helfer am letzten Schliff für das neue Lokal. Vor einem Jahr noch wurde das «Ventil» total renoviert. Und jetzt sieht es wieder ganz anders aus: Neu gibt es im Fumoir im oberen Stock eine Bar. Eingerichtet ist der Club loungemässig. Alte Überseekisten vom Brocki dienen als Tische. Rostige, lackierte Metallfässer als bequeme Hocker. Dann wurde auch die Musikanlage aufgestockt und eine neue Lichtanlage angeschafft.

Sogar die WCs sind durchdesignt: Für die Frauen gibt es ein Prinzessinnen-WC mit Barbie und eines im orientalischen Stil. Für die Männer wurden alte Kassetten als Tapete gebraucht. «Trashig», wie die neuen Besitzer es nennen, «aber modern.» Wandbilder des Badener Künstlers Jan Eichenberger zieren das Lokal. «Wir wollen, dass der Clubbesuch zu einem Erlebnisabend wird», sagt Schmitz. «Man soll etwas für sein Geld bekommen.»

Zu einem späteren Zeitpunkt soll das kulturelle Konzept erweitert werden. Konzerte, Theater, Kunstausstellungen oder Kleiderausverkäufe können sich die Surbtaler vorstellen.

Schlaflose Nächte

Während die «Ventil»-Leitung noch für eine Lizenz kämpfen musste, um im ehemaligen Kleidergeschäft überhaupt einen Club zu eröffnen, haben es die «Kiste»-Jungs einfacher. «Wir sind natürlich froh um die Vorarbeit», sagen sie. Um Probleme mit der Nachbarschaft zu vermeiden, haben sie einen Schallschutz eingebaut und eine Security engagiert, welche draussen für Ruhe sorgen soll. «Aber wir sind nun mal ein Club, das gibt mehr Lärm», sagt Huber. «Wichtig ist uns, dass wir mit der Stadtpolizei ein gutes Verhältnis haben.»

Doch vorerst heisst es, den Laden für die Eröffnung in Schwung zu bringen. Huber: «Wir haben einige schlaflose Nächte hinter uns.» Verschmitzt geben die drei zu, dass sie totale Anfänger sind, was das Party-Veranstalten betrifft. «Aber wir haben dafür viel Erfahrung, als eifrige Party-Geher.»

Eröffnungsparty: Fr, 21. Oktober, 22 Uhr Elektro, Tech-House, Deep-House Galal (Zürich), Nici Färber (Zürich), M.D.M.O (Baden); Visuals: Pixel Pirat. Kiste öffne dich: Sa, 22. Oktober, 22 Uhr, Minimal, Tech-House, Groove-Electro Zombie Disco Squad (UK), Matija, The Wild Cowboy; Visuals: Pixel Pirat. www.kiste-baden.ch

Aktuelle Nachrichten