Neuenhof

Mit der Klatsche des Bruders begann ihre Basketball-Karriere

Die 24-jährige Cinzia Ferrari ist für die Basketballerinnen von Alstom Baden ein Glücksfall.

Die 24-jährige Cinzia Ferrari ist für die Basketballerinnen von Alstom Baden ein Glücksfall.

Cinzia Ferrari engagiert sich seit Jahren mit Leib und Seele für den Basketballclub Alstom Baden.In diesem Jahr will sie ihr Team als Captain in die Playoffs der Nationalliga B führen.

Im Hinblick auf die neue Saison gab es beim BC Alstom Baden viele Wechsel. Gleich fünf neue Spielerinnen sind zum NLB-Team gestossen und auch an der Seitenlinie steht mit Ivan Jankovic ein neuer Mann. Eine Sache bleibt jedoch seit fast zehn Jahren gleich: Läuft die erste Frauenmannschaft des BC Alstom Baden auf, ist Cinzia Ferrari dabei. Seit sie 15 Jahre alt ist, gehört die mittlerweile 24-Jährige zur ersten Mannschaft. Bloss eine einzige Saison spielte sie für einen anderen Verein. Das war vor drei Jahren, als sie das Angebot des damaligen NLA-Teams SC Uni Basel Basket angenommen hatte.

Doch nach nur einer Saison kehrte sie bereits wieder nach Baden zurück. «Uni Basel hatte kein Geld mehr und zog die Mannschaft zurück. Für mich war klar, dass ich wieder zurück zu Baden gehe. Baden ist mein Verein, hier habe ich angefangen und hier kenne ich jedes Mitglied. Das alles aufzugeben, nur damit ich in der Nationalliga A spielen kann, ist es mir nicht wert», so Ferrari, die etliche Angebote aus der höchsten Spielklasse der Schweiz abgelehnt hat. Und das wird sie auch künftig tun, denn das Thema Nationalliga A ist für sie längst abgehakt.

Viele Funktionen

Dass Cinzia Ferrari ihrem Verein die Treue hält, ist für die Badener ein Glücksfall. Sie ist nicht nur Captain und seit vielen Jahren die Topskorerin der ersten Mannschaft – in ihrer Karriere hat sie in der Nationalliga B bereits über 2000 Punkte geworfen –, sondern sie arbeitet auch als Juniorentrainerin, leitet vier Schulsportklassen und ist Teil des Vereinsvorstandes.

Und irgendwie passt auch die Anekdote, weshalb Cinzia Ferrari überhaupt zum Basketballspielen gekommen ist, ins Bild: Als 11-Jährige besuchte sie ein Spiel ihres Bruders, der bei den Minis (U12) von Alstom Baden spielte. Sie musste mit ansehen, wie die Mannschaft ihres Bruders ziemlich «auf die Kappe bekam», wie sie es nennt. «Als ich gesehen habe, wie deutlich sie verloren haben, dachte ich ‹Oh  je! Denen muss ich helfen.› Kurz darauf stand ich in der Halle und begann Basketball zu spielen», erinnert sie sich mit einem Lachen.

Guter Saisonstart

Ihr Bruder spielt mittlerweile nicht mehr Basketball. Cinzia Ferrari, die an der Universität Basel Sport und Deutsch studiert und daneben 40 Prozent als Sportlehrerin an der Kanti Baden arbeitet, ist ihrem Sport dagegen treu geblieben. Und auch wenn sie, was die sportlichen Ambitionen angeht, realistisch bleibt, hat sie die Motivation nicht verloren. «Ohne viel Geld und ohne Profispielerinnen ist im Basketball in der Schweiz nicht viel möglich, aber das ist okay. Für uns muss daher das Ziel sein, möglichst viele Juniorinnen an die erste Mannschaft heranzuführen und in der Nati B zu bleiben», so Ferrari.

Und das klappt im Moment ganz gut. Die Badenerinnen haben die erste Phase der Meisterschaft auf dem dritten Rang beendet und dabei auch gegen vor der Saison stärker eingestufte Teams wie Küssnacht und Luzern gewonnen. «Wir finden je länger, je besser zusammen und haben gesehen, dass einiges möglich ist», gibt sich Ferrari zuversichtlich. Als Captain will Cinzia Ferrari ihre Equipe nun in die Playoffs führen. Der nächste Schritt auf dem Weg dazu ist der Spitzenkampf gegen Sion vom kommenden Sonntag (16 Uhr, BBB Martinsberg).

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