Die beiden Pferde Bador und Andiamo warten geduldig vor dem Schweizer Kindermuseum in Baden, bis alle Gäste eingestiegen sind. Dann setzt sich Kutschenführer Martin Suter hinzu – und los geht die Fahrt. Diese führt erst zum Historischen Museum, dann zum Kunstraum, zuletzt zum Museum Langmatt.

Anlässlich des internationalen Museumstags gestern Sonntag spannten die vier Badener Museen einmal mehr zusammen. Dabei brachte nicht nur die Kutsche Interessierte von Museum zu Museum, sondern auch ein Oldtimer. Neben einem klassischen Besuch boten die vier Badener Häuser zusätzlich Kurzführungen an, die ganz unter dem Motto «taggen, sharen, liken» standen.

«Wir finden die Kutschenfahrt einfach super», sagt eine Familie aus dem Kappelerhof. Sie ist bereits das dritte Mal am internationalen Museumstag dabei und wird die ganze Fahrt miterleben. «Es ist ein toller Anlass, ich empfehle ihn jedem weiter», sagt die Mutter. Die Familie war bereits im Kindermuseum, wo den Kleinen das Liken, Taggen und Sharen in vergangenen Jahrhunderten anhand ausgewählter Objekte gezeigt wurde. Auch hatten sie die Gelegenheit, einen eigenen Like-Button zu gestalten. Ursin und Julian haben beispielsweise gleich mehrere solche Buttons kreiert und sind begeistert: «Es gefällt uns sehr gut hier.»

«Der Museumstag vernetzt uns»

«Für Menschen, die sonst nicht so museumsaffin sind, bietet der heutige Tag eine gute Gelegenheit, Ausstellungen und Führungen zu besuchen», sagt der Leiter des Kindermuseums, Daniel Kaysel. «Vielleicht finden dadurch auch neue Besucher Gefallen und kommen wieder.» Ausserdem sei der internationale Museumstag wichtig für die Zusammenarbeit der vier Badener Museen. «Der Anlass vernetzt uns und bringt uns näher.» Das bestätigt Heidi Pechlaner Gut, Leiterin Bildung und Vermittlung beim Historischen Museum: «Das Miteinander und der Austausch sind eine wichtige Art von Kommunikation.»

Für das Historische Museum ist der heutige Tag von Bedeutung: Dadurch, dass der Eintritt kostenlos ist, eröffne sich auch den Besuchern, die kaum in die Museen gehen, eine neue Welt, sagt Pechlaner Gut. «Eine Welt, die ihnen bisher verschlossen war.» Vor Ort ist auch Stefan Villiger mit seinen beiden Kindern und seinen Eltern. Zuerst schauen sie sich die multimediale Dauerausstellung Geschichte ›verlinkt‹ an, dann werden sie das Landvogteischloss besuchen, wo ein Kinderprogramm auf die jungen Besucher wartet. «Wir freuen uns auf den Tag», sagt Villiger.

Chance, Neues kennenzulernen

Im Kunstraum führt Kuratorin Claudia Spinelli durch die Ausstellung «Konfabulation» von Istvan Balogh. «Es ist schön, wie dabei sehr persönliche Gespräche über die Arbeiten angeregt werden», sagt sie. Der Museumstag sei ein idealer Anlass. «Dadurch wird den Besuchern ein anderer Blick auf die Welt eröffnet.» Kunstvermittlerin Rebekka Sieber vom Museum Langmatt fügt an: «Der Museumstag ist wichtig, er lockt die verschiedensten Besucher an. Sie erhalten die Gelegenheit, Neues kennenzulernen.» Zudem bietet sich mit der Kutschen- und der Oldtimerfahrt ein tolles Erlebnis an. «Der Museumstag erfährt grossen Zuspruch.»