Baden
Mit der Wäsche auf dem Dach durch 19 Länder

Mit Spenden und Kleinbus reisen vier Badener in die Mongolei.

Alexander Niedrist
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Team Moustache in der iranischen Wüste, umgeben von einigen Dromedaren.

Team Moustache in der iranischen Wüste, umgeben von einigen Dromedaren.

ZVG

Die Geschichte klingt wie ein abenteuerlicher Roadtrip-Film: Vier langjährige Pfadifreunde aus Baden fahren mit einem umgebauten Kleinbus in die Mongolei. Ihr Ziel: Spendengelder, die sie bei Sponsoren gesammelt haben, einem Therapiezentrum in Ulan Bator für Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung zu übergeben. Die Rede ist vom «Team Moustache». Den Namen gaben sie sich, weil sie sich während der 8-wöchigen Rallye einen Schnauz wachsen liessen.

Hannes Merker und Laurent Sauvin (links) sowie Tobias Auer und Adrian Boller (rechts) Haben vom iranischen Tankwart und seinem Sohn (Mitte) Diesel geschenkt bekommen.

Hannes Merker und Laurent Sauvin (links) sowie Tobias Auer und Adrian Boller (rechts) Haben vom iranischen Tankwart und seinem Sohn (Mitte) Diesel geschenkt bekommen.

ZVG

Für die vier Freunde Tobias Auer, Adrian Boller, Hannes Merker und Laurent Sauvin begann die Reise vor gut einem Jahr. Von London aus fuhren sie auf der selbsterstellten Route in die Mongolei. Dabei bereisten sie 19 verschiedene Länder.

In Kirgistan erlebten sie ein makaberes Schauspiel. So lud man sie ein, einem Nationalsport beizuwohnen, bei dem zwei Teams auf Pferden reiten und eine tote Ziege auf einen Erdhügel werfen. In Kasachstan stoppten Zöllner die vier Freunde. Es hiess, sie hätten zu viel Diesel im Auto gelagert. Doch mit Schweizer Schokolade liessen sich die Beamten gerne bestechen. Elektronische Geräte wie Handys oder Kameras untersuchte man zum Teil bis aufs kleinste Detail. Geduld gehörte bei jeder Grenzüberquerung dazu. Die zehntägige Reise durch den Iran war für sie die eindrucksvollste Zeit. «Die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen ist unglaublich», sagte Tobias Auer. Sein Teamkamerad, Laurent Sauvin fügt hinzu: «Egal, wie andersdenkend die Menschen in den verschiedenen Ländern waren oder welche Religion die Menschen hatten, alle waren hilfsbereit und freundlich.»

Das ewige Nichts. Angekommen in der Mongolei, ruht sich das Team nach einer strengen Fahrt aus.

Das ewige Nichts. Angekommen in der Mongolei, ruht sich das Team nach einer strengen Fahrt aus.

ZVG

Wenn es mal schmutzige Wäsche gab, schmissen sie diese in eine Plastikbox gefüllt mit Wasser und ein wenig Seife, befestigten die Box auf dem Dach und fuhren weiter. Die Hitze der Sonne und das Rütteln des Wagens wirkten wie eine Waschmaschine. Am Abend brauchten sie die Kleider nur noch zum Trocknen aufzuhängen. «Die Reise von London nach Ulan Bator lief schon fast zu reibungslos ab», sagt Tobias Auer. Weil der Kleinbus nicht durch vier Räder angetrieben wird, sondern durch zwei, zweifelten sie zu Beginn der Reise. Doch trotz den unzähligen Schlaglöchern waren die Strassen nie ein grosses Problem.

Selbe Wellenlänge bei Hygiene

Die vielen Erlebnisse stellten die Freundschaft der Studenten immer wieder auf die Probe. «Doch wir haben uns praktisch nie gestritten, weil wir die gleichen Vorstellungen von Hygiene oder Hotelzimmern hatten», sagt Adrian Boller.

Als das Team in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator eintraf, übergaben sie die Spenden und den Kleinbus. Vermissen werden sie die spontanen Abenteuer, die entstanden sind und die gemeinsame Zeit. «Wir wären gerne noch länger unterwegs gewesen», sagt Adrian Boller. Doch an der Universität fing das Semester wieder an und für die vier Jungs der Alltag.