Ehrendingen
Mit eigener Bühne sind Humor und Satire gesichert

Die Genossenschaft Bühne Heimat Ehrendingen will für die bekannte Kleinbühne «cabaret & meh» einen Teil des Hauses «zur Heimat» kaufen.

Roman Huber
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Franziska Herzog und Menf Rhyner vor ihrer Kabarettisten-Galerie in der Bühne zur Heimat.Roman Huber

Franziska Herzog und Menf Rhyner vor ihrer Kabarettisten-Galerie in der Bühne zur Heimat.Roman Huber

Roman Huber

«Bühne Heimat» heisst der Hausteil in Ehrendingen, der sich neben dem Wirtshaus zur Heimat befindet. Im ausgebauten Heuboden der ehemaligen Scheune ist eine stimmungsvolle Kleinkunstbühne untergebracht. Vor über sechs Jahren von Menf Rhyner, selber Kabarettist und Schauspieler, eröffnet, hat sich die eigenständige Bühne einen guten Namen in der deutschsprachigen Cabaret-Szene geschaffen. Franz Hohler, Andreas Thiel, Stéphanie Berger, Knuth & Tucek, Joachim Rittmeyer und weitere klingende Namen stehen dort auf der Bühne. Bis jetzt waren es über 200 Veranstaltungen.

«Wir setzen auf qualitativ hochstehendes, wortlastiges Cabaret, wobei auch Musik Platz hat», erklärt Rhyner. Und zwischendurch mag es auch mehrheitsfähige Comedy leiden, fügt der künstlerische Leiter und Programmgestalter an. Seit 2011 besteht der 5-köpfige Verein «cabaret & meh» als eigenständiger Veranstalter, dessen Programm vom Kuratorium sowie von den Gemeinden Ehrendingen, Ennetbaden und Wettingen unterstützt wird.

Weil die Mietverträge mit den Hausbesitzern auslaufen, muss nun dringend eine Lösung gesucht werden. «Wir haben mehrere Varianten geprüft. Der Teilkauf der 1857 erbauten Liegenschaft steht als nachhaltigste Lösung im Vordergrund», sagt Fränzi Herzog, Geschäftspartnerin. Ursula und Marco Gelmi hätten als Besitzer und ursprüngliche Initianten der Bühne für einen Teilkauf Hand geboten, so Herzog. Damit könnte das Ehrendinger Kleintheater am Leben erhalten werden, ist sie überzeugt.

Am 12. September 2014 wurde die Genossenschaft Bühne Heimat Ehrendingen gegründet. Sie soll künftige Teilbesitzerin des Hauses zur Heimat sein und damit Vermieterin für den Verein «cabaret & meh». Menf Rhyner und Fränzi Herzog sind sehr zuversichtlich: «Über 150 Mitglieder hat die Genossenschaft bereits», sagt Herzog, Präsidentin der Genossenschaft. Ein Anteilschein kostet 1000 Franken. 250 000 Franken beträgt das notwendige Eigenkapital für den Kauf. «Wir sind schon fast auf der Zielgeraden», sagt Rhyner. Die Kleinbühne verfügt über ein grosses Stammpublikum, darunter auch Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Wirtschaft.

Jetzt hoffen die beiden auch auf den Goodwill in der Standortgemeinde. Am Mittwoch, 4. März, 19.30 Uhr, findet ein Info-Abend in der Bühne Heimat statt für die Ehrendinger und alle Kleinkunstliebhaber. «Wir haben es gut in Ehrendingen und spüren entsprechend den Rückhalt», ergänzt Herzog.

«Genossenschafter werden ist natürlich eine Herzensangelegenheit», sagt Rhyner. Doch der Einsatz von 1000 Franken sei nicht verlorenes Geld. Es gibt eine Rückzahlungsklausel, und jeder Genossenschafter hat zwei Gratiseintritte nach freier Wahl, vergünstigent Eintritt für alle anderen Vorstellungen und besondere Konditionen, wenn er den Raum selber für einen Anlass mieten möchte. Menf Rhyner lebt seit 2011 von der künstlerischen Tätigkeit.

Rhyner hat noch einen Regieauftrag bei einer Theaterbühne, daneben bestreitet er Auftritte bei Firmenevents, hält humoristische Ansprachen und wird demnächst mit seinem fünften Programm «Es war die Lerche» selber wieder auf der Bühne stehen.

Mit dem möglichen Kauf hegen die beiden Cabaret-Macher auch Ausbaupläne. Sie bringen die besten Voraussetzungen mit: Rhyner als ehemaliger Dachdecker und Herzog als Architektin. Im Erdgeschoss würde ein Foyer mit Theaterbar und Künstler-Garderobe gebaut. Im Obergeschoss könnte der Bühnensaal von 70 auf 90 Sitzplätze aufgestockt werden. Die Möglichkeit der «Tavolata», eines geselligen Essens vorgängig der Vorstellungen im Restaurant, soll bis auf weiteres erhalten bleiben.

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