Wettingen
Mit einem Vermessungsinstrument macht Mathe gleich mehr Spass

Das Architekturbüro Steinmann hat der Kantonsschule Wettingen zwei Theodoliten geschenkt. Diese werden den Schülern für den Unterricht zur Verfügung gestellt.

Yvonne Lichtsteiner
Merken
Drucken
Teilen

Nein, ein Theodolit hat nichts mit Gott zu tun, auch wenn der griechische Herkunftsbegriff «Theo» genau das bedeutet. «Vielmehr handelt es sich um ein Instrument, welches vor allem für amtliche Vermessungen wie Grundstückvermessungen verwendet wird», sagt Beat Steinmann vom Badener Architekturbüro Steinmann.

Und genau zwei von diesen Theodoliten hat das Büro Steinmann der Kantonsschule Wettingen als Geschenk überreicht. «Die Schülerinnen und Schüler der Mathematik und Physik freuen sich bestimmt über die Theodoliten und können diese gut brauchen», so Steinmann. Denn: «Mathematik macht doch so gleich viel mehr Spass», sagt er und deutet auf die beiden Geräte vor ihm. Für den Laien sei ein Theodolit kein gängiger Begriff, gibt Kurt Wiedemeier, Rektor der Kantonsschule Wettingen zu. «Da bin ich sicher nicht der Einzige», lacht er.

Steinmann erklärt: Die Messinstrumente würden angewandt für Ingenieur-Vermessungen im Hoch- und Tiefbau, für die geometrische Bestimmung von Werkleitungen und vielem mehr, erklärt er.

Messung hat grosse Bedeutung

«Das Messen mit Theodoliten auf dem Feld ist etwas Schönes. Ich würde noch einmal genau den gleichen Berufszweig einschlagen», schwelgt der gelernte Ingenieur-Geometer. Er wünscht sich, dass sich mehr junge Menschen für dieses Gebiet interessieren, denn es herrsche ein grosser Mangel an Ingenieur-Geometern.

«Nur gerade 7 oder 8 Patentierte gibt es heute pro Jahr, die die eidgenössische Prüfung bestehen.» Er betont, die Bedeutung von Messungen sei gross. «Dieses Jahr, am 9. Mai, feiern wir schweizweit und am 12. Mai im Aargau 100 Jahre amtliche Vermessung.» Mit Land könne nur gehandelt werden, wenn die Eigentumsrechte an diesem Gut klar und eindeutig dokumentiert seien. «Ingenieur-Geometer sichern bereits seit 100 Jahren diese Rechte in der Schweiz», sagt er stolz.

Theodoliten für Maturaarbeit

Die Schule freue sich über das grosszügige Geschenk des Büros, so Wiedemeier. Denn billig sind diese Messgeräte nicht. «Neu kostet ein Theodolit mehrere zehntausend Franken», sagt Steinmann. Er ist überzeugt, dass die Schüler eine gute Verwendung dafür finden können.

«Ich finde das Geschenk grossartig», sagt eine Schülerin begeistert. Sie braucht die Theodoliten für ihre Maturaarbeit: «Ich will den Abstand vom Schulgebäude bis zum anderen Ufer der Limmat messen.» Ein genaues Ergebnis funktioniere aber nur mit der Hilfe eines genau solchen Theodoliten.