«Diese Wachstafeln wurden im Mittelalter zum Schreiben gebraucht», sagt Melanie Bär zu den Kindern, die sich um sie scharen. Dann zeigt sie ihnen, wie man darauf kritzelt, bevor sie mit der Schar zur Kinderführung durch die Klostergemäuer aufbricht. Zwei Kinderführungen und acht für Erwachsene standen am Pfingstmontag auf dem Programm. Allesamt ausgebucht. Sehr zur Freude der Organisatoren, die den Besuchern auch heuer das mittelalterliche Wettinger Kloster näher bringen wollen.

Mittelalterliches Handwerk

Nebst den Führungen konnten die Besucher den Klostergarten bestaunen und etwa André Schnellmann über die Schulter schauen, wie er Talg kreiert. Bei einem Metzger besorgte er sich das Fett eines kastrierten Schafsbocks, das er am Klosterfest aufkocht und filtert. Das Endprodukt Talg giesst er in Schälchen mit Docht oder aber er lässt am Docht das Talg mit einer Schöpfkelle herabrinnen, bis eine Kerze entsteht. Derweil sich Schnellmann am Stand um das Talg kümmert, zeigt sein Vereinskollege vom «rote Hufen», wie man im Mittelalter Kisten und Truhen fertigte.

Gummibärli für die Kleinen

Nicht genug. Den kleinen Besuchern wurde mit einem Postenlauf durch den Garten auf spielerische Art Wissen vermittelt. «Mir gefällts», betont die vierjährige Annina, die gerade beim Gummibärlifischen anzutreffen ist. «Aber ganz schön schwierig», sagt sie und hilft etwas nach, damit das Säckli an den Haken kommt. Für das leibliche Wohl wurde mit verschiedenen Grilladen und 20 selbst gemachten Kuchen gesorgt.