Baden
Mit Geduld und Humor glückt die Erziehung

Mit viel Charme und Witz hat Referentin Dorothea Meili-Lehner das Publikum des 7. Elternbildungstages in Baden überzeugt. Über 700 interessierte Eltern nahmen an den 31 Workshops und Kursen teil.

Salomé Meier
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Das Interesse an der richtigen Hilfestellung in der Pubertät ist gross.

Das Interesse an der richtigen Hilfestellung in der Pubertät ist gross.

Obwohl unglücklich kinderlos geblieben, zweifelte wohl niemand auch nur eine Sekunde an dem, was die Elternbildnerin Dorothea Meili zu sagen hatte. Und das war eine ganze Menge: Die 73-Jährige sprühte vor positiver Energie und brachte mit ihrer humorvollen Art das Publikum immer wieder zum Lachen – alles andere also als ein prüder Vortrag über die eine richtige Erziehung selbstherrlicher Moralaposteln.

Mit viel Erfahrung und Selbstbeobachtung – Meili war ein Leben lang Lehrerin – untermalte sie ihre Tipps und erlangte jene Authentizität und so das Vertrauen des Publikums. Nicht nur wie Kinder lernen, sich an Regeln zu halten, autonom und schliesslich selbstbewusst zu werden, sondern auch Tipps an Paare, die zu Eltern wurden und darüber das Paar-Sein nicht vergessen sollten.

«Mit allem immer nur den Liebsten belasten, kommt auf die Dauer nicht gut. Frauen brauchen zusätzlich immer zwei Freundinnen, mit denen sie auch über ihre Männer reden können. Und Männer brauchen einen Freund, mit dem sie auch über ihre Frau reden können. Nur einen, weil sie ja sowieso nicht so viel reden», lautete eine ihrer nur allzu wahren und gleichzeitig für schallendes Lachen sorgende Thesen.

Es müssten keine Genies erzogen werden und auch keine virtuose Geigenspieler, Disziplin sei nicht das Erstrebenswerteste in der Erziehung des Kindes. Geduld und Humor und gleichzeitig Geborgenheit und Sicherheit vermittelnd: das sei die Zauberformel für die Erziehung zu glücklichen Kindern und viel falsch könne man mit diesen Voraussetzungen gar nicht machen.

Zum siebten Mal fanden dieses Jahr die Elternbildungstage der Region Baden statt. Über 60 freiwillige Helfer sorgten dafür, dass am Freitag und Samstag die über 700 interessierten Eltern an 31 Workshops und Kursen – darunter zwei grosse Referate – ihren Wissensdurst stillen und sich austauschen konnten. «Es ist eine schöne Arbeit. Und dass wir jedes Jahr auf so starkes Interesse stossen, ist quasi unser Lohn, für den wir das ganze Jahr arbeiten», erklärte Michaela Bolliger, ehrenamtliches OK-Mitglied.

Mehr Infos: www.elternbildungstag.ch