Seit über 20 Jahren kann in Fislisbach auf öffentlichem Grund gratis parkiert werden. Bezahlen müssen die Halter nur, wenn sie das Fahrzeug während der Nacht oder über eine längere Dauer abstellen. Nun plant der Gemeinderat ein neues Parkregime, das auch tagsüber Gebühren vorsieht: Mit Gratisparkieren ist künftig also Schluss. An der Gemeindeversammlung am Mittwochabend informierte Gemeindeammann Silvio Caneri (CVP) die Stimmbürger über das Vorgehen.

«Auf öffentlichen Plätzen, entlang der Strassen oder auch in den Quartieren wird immer wilder parkiert», sagt Caneri. Als Beispiel fügt er die Sammelstelle an der Birmenstorferstrasse an, die häufig als Parkplatz benutzt wird, um im Zentrum einkaufen zu gehen. «Das Wildparkieren verhindert den Zugang zur Sammelstelle.» Auch in den Quartieren würden Fahrzeuge oft kreuz und quer platziert, sodass die Sichtwinkel der Anwohner beeinträchtigt werden. «Diese Probleme wollen wir jetzt beheben», sagt der Gemeindeammann.

Tageskarte für fünf Franken

Das neue Reglement über die Parkraumbewirtschaftung sieht Folgendes vor: An Standorten wie bei der Gemeindeverwaltung, dem Friedhof, der Schulanlage Leematten und dem Werkhof sollen Parkuhren aufgestellt werden. Dabei müssen Fahrzeughalter, mit Ausnahme der Gemeindeverwaltung, bei der die erste Stunde kostenlos ist, neu rund um die Uhr eine Gebühr von einem Franken pro Stunde bezahlen – das gilt auch für Auswärtige. Eine Tageskarte ist für fünf Franken, eine 5-Tages-Karte für 20 Franken erhältlich. Diese sollen nicht nur auf der Gemeindeverwaltung und bei der Regionalpolizei, sondern auch via Smartphone-App gekauft werden können. Was die Quartier-strassen betrifft, kann zwar gratis parkiert werden, jedoch wird die Aufenthaltsdauer auf zwei Stunden limitiert. An allgemeinen Sonn- und Feiertagen sind keine Gebühren vorgesehen. Die Kontrollen sollen von der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal oder einer privaten Sicherheitsfirma durchgeführt werden.

Kritik werde ernst genommen

Doch geht es mit dem neuen Parkregime der Gemeinde nicht darum, ihre Finanzen aufzubessern? Gemeindeammann Caneri weist den Vorwurf von sich und sagt: «Auf den Strassen von Fislisbach soll wieder Ordnung herrschen. Das Geld steht nicht im Vordergrund.» Wolle die Gemeinde ihre Kasse tatsächlich füllen, müsste sie deutlich höhere Gebühren einführen. Zum Vergleich: Heute sind für einen Personenwagen Laternengebühren von 30 Franken pro Monat zu bezahlen, neu sollen es 40 Franken für 24 Stunden sein. Die Gebühr für die Jahreskarte wird um 40 auf 400 Franken erhöht.

Ursprünglich wollte der Gemeinderat das neue Reglement über die Parkraumbewirtschaftung den Stimmberechtigten im November vorlegen. Daraus wird nichts: «Während der Vernehmlassung hat es zahlreiche Einwendungen gegeben. Wir werden diese erst einmal sichten müssen und Gespräche mit Betroffenen führen», sagt Caneri.

Wie die vielen Einwendungen zeigen, wird es für den Gemeinderat kein einfaches Unterfangen, das neue Parkregime einzuführen. «Wir nehmen die Kritik ernst und werden mit Sicherheit einige Punkte im Reglement anpassen», sagt Silvio Caneri. Wann der Gemeinderat das überarbeitete Reglement vorlegt, ist noch offen.