E-Bike
Mit halber Muskelkraft aber mit viel Köpfchen unterwegs sein

Ab heute treten die neuen Regelungen des Bundes zum E-Bike in Kraft. In der Schweiz fahren heute rund 150 000 Menschen mit einem E-Bike, doch auch die Velounfälle nahmen im Vergleich zum Vorjahr merklich zu.

Dean Fuss
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An der Roadshow von badenmobil informieren Fachleute das interessierte Publikum über die Vorzüge des E-Bikes.

An der Roadshow von badenmobil informieren Fachleute das interessierte Publikum über die Vorzüge des E-Bikes.

Yvonne Lichtsteiner

Mit halber Muskelkraft gleich schnell Velo fahren. Wer hätte sich das nicht schon lange einmal gewünscht? Das E-Bike ist seit einiger Zeit in aller Munde. Am Samstag gastierte badenmobil mit seiner E-Bike-Roadshow auf dem Zentrumsplatz in Wettingen. Interessierte Besucher konnten Testfahrten machen und dabei die Vorteile und Annehmlichkeiten des E-Bikes kennen lernen.

Mit dem vermehrten Aufkommen des E-Bikes nehmen auch die Diskussionen um deren Sicherheit stetig zu. 150000 Schweizerinnen und Schweizer fahren mittlerweile ein E-Bike. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Velounfälle merklich zu. Die Zahl der Todesopfer stieg von 34 auf 39 und diejenige der Verletzten von 835 auf 867. Das Bundesamt für Verkehr (Astra) sieht in diesen Zunahmen einen Zusammenhang zum Boom der E-Bikes.

Diese Änderungen treten heute in Kraft:

E-Bikes gelten auch mit dem neuen Reglement als Motorfahrräder, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) in einem Communiqué mitteilt. Mit einer Regelanpassung hat der Bundesrat Anfang März der steigenden Beliebtheit von E-Bikes Rechnung getragen. Als Leicht-Motorfahrräder gelten neu E-Bikes mit einer Motorleistung von maximal 500 statt wie bisher 250 Watt. Mit reiner Motorkraft - ohne Pedalbetätigung - dürfen sie eine maximale Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometer erreichen. Die Tretunterstützung darf maximal bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometer wirken. Ein Velohelm wird zwar empfohlen, ist aber nicht obligatorisch. Leicht-Motorfahrräder benötigen keine Zulassung und kein Kontrollschild. E-Bikes mit einer Leistung von 500 bis 1000 Watt fallen in die Kategorie übrige Motorfahrräder. In dieser Kategorie darf die Tretunterstützung bei einer Geschwindigkeit von 25 bis 45 Stundenkilometern wirken. Ab dem 1. Juli 2012 müssen Lenkerinnen und Lenker eines solchen E-Bikes einen Velo- oder Mofahelm tragen. (DFS)

Neues Fachgeschäft eröffnet

Auch in der Region ist das grosse Interesse am E-Bike spürbar. So wurde am Wochenende in Baden mit stromvelo.ch ein reines E-Bike-Fachgeschäft eröffnet. «Wir sehen in Baden ein sehr grosses Potenzial. Die ganze Region eignet sich durch ihre mittleren Distanzen sehr gut für E-Bikes», sagt Werkstatt- und Verkaufsleiter Martin Stricker.

Der Kunde werde beim Beratungsgespräch auf die Gefahren und Unterschiede zum Fahren mit einem herkömmlichen Velo hingewiesen, so Stricker. «Wichtig ist, dass man gegenseitig aufeinander Rücksicht nimmt.» Die Kunden seien – dank dem Internet heutzutage fast schon üblich – grundsätzlich gut vorinformiert. «Im Geschäft lassen sie sich gerne persönlich beraten und wollen die einzelnen Teile unserer Stromer-Massanfertigungen sehen.»

Individuelle Beratung ist wichtig

Auch im Klingnauer Geschäft Velo-Lerf wird Beratung grossgeschrieben: «Im Gespräch versuchen wir mit dem Kunden individuell abzuklären, welche E-Bike-Version er überhaupt braucht», sagt Geschäftsführer Thomas Lerf. Und: Einer der zehn Jahre lang nicht mehr Velo gefahren sei, werde natürlich gründlicher informiert, als einer der täglich fahre. Dem pflichtet Bruno Crameri, Inhaber des Velogschäfts Crameri in Hausen, bei und fügt an: «Wir verkaufen trotz E-Bike-Boom immer noch mehr herkömmliche Velos.»

Und trotzdem: Wer einmal auf einem E-Bike gefahren ist, wünscht sich die elektrische Tretunterstützung bei jeder Steigung wieder.