Bellikon

Mit Kelle und Pfanne will sie nach New York

Lehrmeister René Frei beobachtet Fabienne Zuberbühler genau bei der Probe für den Wettbewerb.

Lehrmeister René Frei beobachtet Fabienne Zuberbühler genau bei der Probe für den Wettbewerb.

Die einzige Frau im Finale vom «Gusto 16» will alle anderen übertrumpfen. Das alles tut Fabienne Zuberbühler für ihren grossen Traum.

Fabienne Zuberbühler steht am Herd, schaut konzentriert in die Pfanne und wartet darauf, dass der Crêpes-Teig sich verfestigt. Auch das geschäftige Treiben rundherum bringt sie nicht aus der Ruhe. Sie ist 18 Jahre alt und befindet sich derzeit im zweiten Jahr ihrer Kochlehre in der Rehaklinik Bellikon. Hier trainiert sie für einen speziellen Anlass: Die junge Lernende ist eine der neun Finalisten des renommierten Kochwettbewerbs «Gusto».

Bei «Gusto 16» tritt Fabienne Zuberbühler gegen acht andere Teilnehmer in einem dreistündigen Wettkochen an – als einzige Frau. «Tradition: Kreativ interpretiert» lautet das Motto. Um dafür zu üben, ist sie an ihrem freien Tag extra in die Klinik gekommen. Das Menü, bestehend aus Vorspeise und Hauptgang, steht schon seit Beginn des nationalen Wettbewerbs fest. Denn um ins Finale zu kommen, musste sie ein Dossier über das Menü, das sie kochen wird, einschicken.

Die besten neun wurden ausgewählt – darunter die Arbeit von Zuberbühler. Nun übt sie, soviel sie kann, damit während des Finals am 17. März in der Berufsschule Baden alles gut geht. Denn bewertet werden nicht nur Präsentation und Geschmack des Essens. Eine zweite Jury aus erfahrenen Köchen beobachtet die Teilnehmer auch während des gesamten Kochprozesses. Dabei achten die Jurymitglieder auf die kleinsten Details und bewerten diese. Wirklich Sorgen darum macht sich Fabienne Zuberbühler jedoch nicht: «Es muss einfach ein guter Tag sein.» Passieren könne aber natürlich immer etwas, fügt sie hinzu.

Ein Traum mit viel Unterstützung

Der Traum, Köchin zu werden, hat die junge Frau schon von Kindesbeinen an begleitet. Inspiriert wurde sie von ihrer Gotte und ihrem Onkel, die beide ein Restaurant führen. Das ist auch ihr Ziel: ein eigenes Restaurant. Für ihren Traum nimmt sie viel in Kauf: So kommt es schon mal vor, dass sie auf einen Kinoabend mit ihren Freunden verzichtet. Es ist auch nicht weiter verwunderlich, dass die leidenschaftliche Köchin von ihren Eltern und ihrem Umfeld grosse Unterstützung erhält. Zu Hause aber koche sie nur zu besonderen Anlässen, sagt die Lehrtochter mit einem Schmunzeln.

Grosse Unterstützung erhält Fabienne Zuberbühler ebenfalls von ihrem Lehrmeister. Er ist ein Mann, der weiss, wovon er spricht. René Frei ist Mitbegründer des «Gusto» und war jahrelang Teil der Jury. Er hat schon die Kocholympiade gewonnen und das nationale Kochteam der Schweiz trainiert. Jetzt arbeitet er in der Rehaklinik Bellikon und hat viel zu deren hohem Ansehen beigetragen. So gilt die Klinik als Talentschmiede für junge Köche – dies zu Recht.

Bereits zweimal, in den Jahren 2013 und 2014, konnten die Lehrlinge von René Frei den Wettbewerb für sich entscheiden. Dass sich die jungen Köche für den «Gusto» bewerben, gehört für ihn zur Lehre. «Jeder von unseren Lehrlingen muss sich bewerben, denn selbst wenn man es nicht ins Finale schafft, ist es eine gute Erfahrung», sagt Frei

Zwei Wochen in New York

Der gute Ruf war ein Grund für Fabienne Zuberbühler, die Klinik als Lehrort zu wählen. Ausserdem ist sie in Bellikon wohnhaft. Des Weiteren bezeichnet sie ihren Lehrmeister als ihr grösstes Vorbild. Die kreative Köchin, die vor kurzem schon eine Goldmedaille beim Lehrlingswettbewerb gewann, will auch bei der zwölften Ausgabe vom «Gusto» Erfolge feiern.

Ansporn hat sie genug: So winken dem Sieger zwei Wochen New York mit Einblicke in verschiedene Gourmet-Küchen. Zum Beispiel könnte sie einen Blick hinter die Kulissen des Restaurants «Eleven Madison Park» vom Schweizer Spitzenkoch Daniel Humm werfen. Sollte Fabienne Zuberbühler tatsächlich nach New York fahren, hätte sie auch schon eigene Pläne. «Das Erste, was ich mir ansehen würde, ist der Broadway» sagt das junge Talent.

Trotzdem bleibt sie bescheiden: «Die Lehre ist das Wichtigste.» Danach möchte sie eine Reise nach Italien machen, um die Mittelmeerküche genauer kennen zu lernen. Zudem träumt sie von einer kulinarischen Reise durch Asien. Doch all das liegt weit in der Zukunft. Jetzt ist der richtige Moment gekommen: Fabienne Zuberbühler nimmt die Pfanne vom Herd und gibt die Schokoladencrêpes auf eine Platte.

«Gusto»-Gala Am 18 März, um 17 Uhr
im «Lake Side Zürich».

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