Baden

Mit Münz bezahlen war gestern – Badener parkieren bald mit Twint

Eine alte Badener Münz-Parkuhr.

Eine alte Badener Münz-Parkuhr.

An vielen Orten in der Stadt kann man seinen Parkplatz nur mit Münz bezahlen – das soll sich jetzt ändern.

So manche Autofahrerin, so mancher Autofahrer hat sich schon darüber geärgert: Man möchte auf einem öffentlichen Parkplatz in der Badener Innenstadt parkieren, hat aber nicht das passende Münz dazu. Zwar gibt es seit einigen Jahren vereinzelte Parkuhren, die man auch mit der Kreditkarte füttern kann – etwa im Gstühl oder am oberen Bahnhofplatz. An vielen anderen Orten muss man aber immer noch das passende Kleingeld für die gewünschte Parkzeit abzählen. So stehen beispielsweise bei den Parkfeldern am Bahnhof West vor dem Langhaus, an der Stadtturmstrasse, an der Dynamostrasse oder an der Martinsbergstrasse alte Parkuhren, die nur Münz schlucken.

Ein Automobilist hatte diese Woche Pech, weil er kein passendes Münz für seinen Parkplatz in Baden hatte. Er holte in einem nahen Geschäft Wechselgeld, kassierte aber in der kurzen Zeit seiner Abwesenheit eine Busse von 40 Franken. Er ärgerte sich weniger über die Busse als vielmehr darüber, dass man in der heutigen Zeit, in der das Bargeld zunehmend abgelöst wird, in der Stadt Baden immer noch auf Münz angewiesen ist.

Tatsächlich stellt sich die Frage: Ist das in Zeiten von Smartphone und Twint noch angebracht? In Dutzenden Schweizer Städten kann man mittlerweile flächendeckend Parkplätze via Twint bezahlen. Der Bezahl-App haben sich fast alle Schweizer Banken angeschlossen. In der Stadt Zürich ist es zudem seit Anfang April bei sämtlichen städtischen Parkuhren auch möglich, mit Parking-Apps zu zahlen. Zürcher Automobilistinnen und Automobilisten haben die Auswahl aus gleich drei verschiedenen Smartphone-Apps. Einmal registriert, funktioniert das Bezahlen ganz einfach: Man muss bloss die Parkzone eingeben und die beabsichtigte Parkdauer wählen. In Baden ist das noch Zukunftsmusik – aber nicht mehr lange.

«Ein Riesenbedürfnis der Bevölkerung»

«Ich habe kurz nach meinem Amtsantritt als Stadtrat letztes Jahr initiiert, dass die Badener Parkuhren digital werden», sagt Infrastruktur- und Immobilien-Vorsteher Philippe Ramseier (FDP). «Das ist ein Riesenbedürfnis der Bevölkerung.»

In den städtischen Parkhäusern habe man seit kurzem die Möglichkeit, mit allen gängigen Karten und per Twint zu bezahlen. Es sei die Strategie der Stadt, möglichst überall «Hybridlösungen» anzubieten – sprich Parkuhren, die bargeldlos funktionieren, aber weiterhin auch Kleingeld schlucken. «So haben Autofahrerinnen und Autofahrer alle verfügbaren Möglichkeiten», sagt Ramseier.

Ein weiteres mögliches Ziel sei zudem, dass die Bewirtschaftung der Parkplätze von der Abteilung Öffentliche Sicherheit zur Abteilung Immobilien übergehe, die schon heute für die Parkhäuser zuständig ist. So könne man eine Einheitlichkeit bei den Parkuhren schaffen.

Das Beispiel Zürich zeigt, dass das digitale Bezahlen per App einige Vorteile hat: Wer früher als geplant zu seinem Parkplatz zurückkehrt, spart etwa per Knopfdruck die noch nicht verbrauchte Parkgebühr. Für die Stadt lohnt es sich, weil die Parkuhren weniger oft geleert werden müssen.

Bussen kann man schon bisher digital bezahlen

Amüsantes Detail: Wer seine Busse in Baden heute auf unkompliziertem Weg bezahlen will, geht auf die Website der Ordnungsbussenzentrale der Stadtpolizei. Dort hat man drei Möglichkeiten, seine Strafe zu begleichen: Per Kreditkarte, mit dem Online-Dienst «Masterpass» des Kreditkartenanbieters Mastercard – oder eben per Twint.

Auf die Frage, warum es so lange dauert, bis das digitale Bezahlen auch auf der Strasse Realität ist, sagt Stadtrat Ramseier: «Die Umstellung ist immer eine Kosten-Nutzen-Frage. Aber es ist ganz klar unsere Strategie, digital zu werden. Wir sind sukzessive dabei, umzustellen. Und Twint gehört da selbstverständlich auch dazu.»

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