Über 12 Jahre leitete Cécile Frei die Spitex Wettingen-Neuenhof – nun wird sie pensioniert. Ihr Nachfolger ist der langjährige Betriebsleiter der Spitex Regensdorf, Peter Marthaler. Die 62-jährige Cécile Frei blickt mit Freude auf ihre Tätigkeit als operative Leiterin zurück: «Es war eine tolle Zeit.

Mit viel Engagement haben wir uns für Menschen eingesetzt, die zu Hause auf Unterstützung angewiesen sind.» Zudem seien die Kunden sehr dankbar gewesen. So habe man nicht selten Dankesbriefe und Spenden erhalten.

Auch innerhalb der Spitex Wettingen-Neuenhof, die rund 50 Mitarbeitende zählt, habe es schöne Momente gegeben. «Unser Team ist stets eingespielt. Das liegt vor allem daran, dass es beim Personal wenig Wechsel gibt.»

Ebenso habe sie während ihrer Amtszeit mit den Ärzten, den Behörden und dem Spitex-Vorstand immer gut zusammenarbeiten können.

In diesen Jahren kümmerte sich Frei darum, Abläufe so zu gestalten, dass die Kunden optimal versorgt werden können. Auch stellte sie sicher, genügend Personal mit den entsprechenden Qualifikationen einzustellen.

Zudem sorgte sie dafür, dass die vertraglichen Vereinbarungen mit den Krankenkassen erfüllt und die Qualitätsvorgaben des kantonalen Departements Gesundheit und Soziales eingehalten werden.

17 Touren täglich absolvieren

Jetzt freut sich die scheidende Geschäftsleiterin auf die freie Zeit – und aufs Durchatmen. «Die Arbeit war sehr anspruchsvoll, jedoch auch befriedigend», sagt Cécile Frei. So absolvieren die Mitarbeitenden der Spitex Wettingen-Neuenhof täglich von 7 bis 22 Uhr insgesamt 17 Touren und leisten rund 24 000 verrechnete Pflege- und Hauswirtschaftsstunden pro Jahr.

Diese Zahl sei in den Jahren kontinuierlich gestiegen. Denn: «Heute verordnet die Ärzteschaft vermehrt Pflegeleistungen zu Hause.» Zu den Herausforderungen zählt Frei den Spagat zwischen Spardruck, Arbeitsqualität und der Anspruchshaltung der Kunden.

«Es war nicht immer einfach, allen Seiten gerecht zu werden.» Auch gegenüber den Mitarbeitenden nicht, sagt Frei. Falle Personal krankheitshalber aus, müsse dieses sofort ersetzt werden. «Wir können uns nicht erlauben, eine Tour abzusagen.» Mitarbeitende an ihrem freien Tag aufzubieten, das mochte sie nicht.

In den vergangenen Wochen hat sich Frei Zeit genommen, um ihren Nachfolger einzuarbeiten. Peter Marthaler ist ausgebildeter Krankenpfleger AKP und leitete von 2002 bis vor Kurzem die Spitex Regensdorf.

Frei: «Auch wenn es bei der Spitex Unterschiede zwischen dem Aargau und Zürich gibt, bin ich überzeugt, dass Peter Marthaler die Spitex Wettingen-Neuenhof gut führen wird.»

Fachpersonal ist Mangelware

Der 53-Jährige hat seine Tätigkeit bereits aufgenommen und sich gut eingelebt. «Die Arbeit gefällt mir sehr und ist ganz in meinem Sinne», sagt Marthaler. Respekt hat er davor, genügend Fachpersonal rekrutieren zu können.

Denn: «Der Arbeitsmarkt ist ausgetrocknet.» Ebenso hofft er, dass die Behörden weiterhin die Kosten für die Langzeitpflege sicherstellen. «Der Spardruck ist gross», erklärt Marthaler.

Trotz der Herausforderungen freut er sich auf die Teamarbeit und auf den Austausch mit dem Spitex-Vorstand. Auch ist er begeistert, dass er – anders als bei der Spitex Regensdorf, wo viele Abläufe über die Gemeinde abgewickelt wurden – nun im operativen Bereich schneller handeln kann.