Vier kleine Kätzchen haben lauter Unsinn im Sinn. Das fünfte Geschwister aber ist abgrundtief unglücklich, denn es will partout keine Katze sein. Sein Name ist Pitschi und sein Bekanntheitsgrad ist enorm. 1953 hatte der Berner Maler und Buchillustrator Hans Fischer die Geschichte veröffentlicht. Seither schnurrt und träumt sich das schwarze Büsi mit dem weissen Fleck auf der Brust zwischen Buchdeckeln in die Herzen von Generationen von Kindern. Wen wundert’s da, dass gestern Vormittag der Spielraum im Untergeschoss vom Schweizer Kindermuseum aus allen Nähten platzte. Denn «Pitschi» war sozusagen leibhaftig zu Gast. Als Auftakt zur dritten Saison von «Theater im Park» spielte das Figurentheater Roos und Humbel das Stück von dem Kätzchen, das immer etwas anderes wollte. Bühne und Zuschauerbänke fielen zwar ins (Regen)wasser, Spass und Vergnügen waren trotzdem riesig. 71 Kinder und 62 Erwachsene sassen dichtgedrängt im improvisierten Theaterraum – und glücklich, dass sie einen Platz hatten erobern können, wo doch mehrere kleine und grosse Besucher wegen Platzmangels leider hatten abgewiesen werden müssen.

Im Publikum blieb dann gar so mancher Mund vor Staunen offen, denn was sich vor den 266 Augen- und Ohren zutrug, war mega aufregend: Vier Kätzchen turnten, als hätte Giulia Steingruber sie trainiert. Hund Bello kümmerte sich rührend um Pitschi; die Geiss tat ihr möglichstes, um das Kätzchen in ihres gleichen zu verwandeln, vier Häschen sangen kauderwelsch und die Ente rettete Pitschi vor dem Ertrinken.

Sozusagen alle kleinen Zuschauer kannten die Geschichte in- und auswendig, einige versuchten zwischendurch verbal helfend einzugreife, doch die mal lustige, mal traurige Geschichte nahm unaufhaltsam ihren Lauf bis hin zum Happy End. Und zum begeisterten Applaus, der kaum enden wollte.

Mit ihren Figuren, der Szenerie, der Musik und den Dialogen haben die Puppenspieler Silvia Roos und Stefan Roos Humbel die Geschichte von Pitschi auf zauberhafte und packende Weise zum Bühnenleben erweckt. Als Supplement winkte zu guter Letzt sogar noch eine hautnahe Begegnung – streicheln inklusive – mit Pitschi und Bello.