Baden
Mittagstisch: Eltern müssen teilweise tiefer in die Tasche greifen

12 Franken kostet eine warme Mahlzeit am «Mittagstreff» für die Oberstufenschüler. Ab August steigen die Preise je nach Gemeinde um drei oder sechs Franken.

Erna Jonsdottir
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Die Jugendlichen treffen sich gerne beim Mittagstisch, auch wenn das Essen nicht immer so gut ist (Symbolbild).

Die Jugendlichen treffen sich gerne beim Mittagstisch, auch wenn das Essen nicht immer so gut ist (Symbolbild).

«Mittagstisch: Schüler kritisieren das Essen» titelte das BT am Dienstag. Doch auch wenn den Jugendlichen das Essen nicht immer schmeckt, ist der «Mittagstreff» der Jugendarbeit Baden ein beliebter Aufenthaltsort: Knapp 200 Schülerinnen und Schüler essen in der «Linde» und im «Falken» zu Mittag.

Cécile Lanz, Leiterin der beiden Mittagstreffs von der Fachstelle Kinder- und Jugendanimation, befürchtet nun, die Anmeldungen könnten zurückgehen. Denn wie das BT berichtet hat, kostet das Essen ab dem Schuljahr 2015/16 je nach Gemeinde drei oder sechs Franken mehr.

«Bund und Kanton haben den Mittagstreff für die Oberstufe in den letzten vier Jahren mit einer Anstossfinanzierung unterstützt», erklärt Stadträtin Daniela Berger, auch verantwortlich für das Ressort Kinder Jugend Familie. Diese Subventionen fallen nun weg, weil sie zeitlich begrenzt sind. «Somit müssen wir den Eltern neu nebst den Kosten für die Mahlzeit auch die Infrastruktur- und die Personalkosten verrechnen», erklärt sie. Dies habe eine Preiserhöhung von 12 auf 18 Franken zur Folge.

«Um die Eltern zu entlasten, fragten wir die beteiligten Schulgemeinden an, ob sie einen Beitrag an den Mittagstreff leisten wollen», sagt Berger. Das Ergebnis: Die Stadt Baden und die Gemeinde Birmenstorf steuern ab August drei Franken bei, weshalb Eltern aus diesen Gemeinden neu 15 anstatt 12 Franken bezahlen. Ennetbaden und Ehrendingen lehnten Subventionen ab und verwiesen auf ihre Mittagsangebote vor Ort.

Eltern, deren Kinder weiterhin im «Falken» oder in der «Linde» essen wollen, werden deshalb neu 18 anstatt 12 Franken bezahlen müssen, das sind 50 Prozent mehr. «Das können sich ziemlich sicher nicht alle Familie leisten», sorgt sich Lanz. Ein Trost für alle Kinder, deren Eltern sich den Mittagstisch nicht mehr leisten können oder wollen: Sie dürfen den «Mittagstreff» auch kostenlos und spontan nutzen, sei dies mit von zu Hause mitgebrachtem oder gekauftem Essen.

Übrigens: Bereits per Schuljahr 2014/15 mussten die Kosten von zehn auf zwölf Franken angehoben werden. Laut Lanz erhöhte der Lieferant – Zentrum für Körperbehinderte Aargau – damals die Menüpreise, damit nur Schweizer Fleisch und Fisch aus nachhaltiger Zucht auf dem Teller der Kinder landet und führte eine Lieferpauschale ein.

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