Baden
Mittlere Gasse fast komplett neu: Wie schlimm sind die Einbussen für die Läden?

16 Wochen würden die Bauarbeiten voraussichtlich an der Mittleren Gasse dauern, teilte die Stadt Baden mit. Nach nur neun Wochen sind die grössten Bauarbeiten erledigt. Eine Umfrage zeigt, wer wie stark unter Einbussen litt.

Pirmin Kramer
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Nur noch der Feinschliff muss der Mittleren Gasse verpasst werden: Die lärmintensiven Arbeiten sind bereits beendet.PKR

Nur noch der Feinschliff muss der Mittleren Gasse verpasst werden: Die lärmintensiven Arbeiten sind bereits beendet.PKR

Pirmin Kramer

Es herrschte grosse Besorgnis bei den Ladenbesitzern, als im März mit der Sanierung der Mittleren Gasse begonnen wurde.

Sie rechneten mit fehlender Laufkundschaft und als Folge davon mit Umsatzeinbussen. Tanja Mösch, Geschäftsführerin der «Zäni Bar», formulierte es so: «Dass wir wegen der Bauarbeiten Geld verlieren, steht schon jetzt fest. Es stellt sich nur die Frage, wie hoch die Einbussen sein werden, die wir hinnehmen müssen.»

16 Wochen würden die Bauarbeiten voraussichtlich dauern, teilten die Verantwortlichen der Stadt mit. Nach nur neun Wochen sind die grossen, lärmintensiven Bauarbeiten nun aber bereits abgeschlossen, wie René Zolliker von der Stadt Baden sagt.

«Die Bauarbeiter haben schnell gearbeitet, und wir hatten auch Wetterglück, es regnete zum Glück nicht so oft.

In den nächsten zwei Wochen werden die Arbeiten der Mittleren Gasse abgeschlossen, nur noch der Feinschliff muss ihr verpasst werden», sagt Zolliker.

Das finanzielle Fazit der Gewerbetreibenden fällt je nach Branche unterschiedlich aus, wie eine Umfrage zeigt. Verhältnismässig glimpflich kamen die Gastrobetriebe davon: «Umsatzeinbussen mussten wir zum Glück keine hinnehmen», sagt Fabian Müller, Geschäftsführer der Bistro Bar.

«Die Bauarbeiten haben uns nicht stark gestört, weil unsere Gäste am Abend zu uns kommen, dann wurde nicht gebaut.»

Für den Barbetrieb bringe die neu gestaltete Gasse Vorteile, weil sie erstens schön aussehe und zweitens weniger Rillen habe, so dass die Stühle der Gäste nicht mehr wackeln, sagt Müller.

Lorenz Gautschi, Inhaber der «Zäni Bar», war «sehr positiv überrascht», wie schnell die Sanierung der Gasse voranging. Einen negativen Einfluss der Arbeiten auf den Umsatz könne man nicht wegdiskutieren, allerdings fielen die Einbussen weit weniger hoch aus als erwartet, sagt er.

Finanzielle Einbussen hinnehmen mussten hingegen die Geschäfte, die tagsüber geöffnet hatten. Brigitte Popovic, Inhaberin des Tee- und Geschenkeladens «Tee&mee», hat vom Vermieter zwar eine Mietzinsreduktion erhalten.

«Dafür bin ich sehr dankbar. Dennoch war es eine harte Zeit», sagt sie. «Wir verkaufen keine Waren im Internet, sind auf Laufkundschaft angewiesen.»

Der Zugang zur Mittleren Gasse sei während der Bauzeit an Wochentagen aber leider meist nur von einer Seite her möglich gewesen.

«Und als direkt vor unserer Türe die Strasse aufgerissen wurde, hatten wir kaum mehr Kunden. In manchen Wochen hatten wir bis zu 50 Prozent weniger, darum haben wir auch die Öffnungszeiten angepasst und verkürzt.» Sie sei froh, dass die Bauarbeiten so schnell vorangegangen seien.

Franziska Schoop vom Blumenladen «badenblüht» sagt: «Vor allem im April hatten wir Einbussen. An Ostern hätten wir ohne Baustelle sicher mehr Blumen verkauft.»

Dank Telefonbestellungen sei sie aber gut über die Runden gekommen, sagt Schoop. «Ich bin froh, dass mein Geschäft vor dem Muttertag nun wieder gut erreichbar ist.»

Peter Siegenthaler von «Cadenheads whisky&more» hatte vor Beginn der Bauarbeiten finanzielle Unterstützung von der Stadt gefordert.

«Die finanziellen Einbussen waren zum Glück weniger schlimm als befürchtet», sagt er nun. «Der Lärm aber war zum Teil unerträglich, einige Male habe ich den Laden geschlossen und von zu Hause aus gearbeitet.»

In einer ersten Etappe wurden in der Mittleren Gasse die Werkleitungen ersetzt, anschliessend folgten Strassenbauarbeiten. Der bestehende Pflasterbelag wurde durch Quarz-Gubersteine ersetzt.