Oberrohrdorf

Mobilfunkantenne stösst auf Widerstand

Geht es nach den Plänen des Mobilfunkanbieters Sunrise, sollen auf dem Dach des Gewerbehauses der Publicare AG zwei Antennen installiert werden.

Geht es nach den Plänen des Mobilfunkanbieters Sunrise, sollen auf dem Dach des Gewerbehauses der Publicare AG zwei Antennen installiert werden.

Sunrise will auf dem Gebäude der Publicare AG in Oberrohrdorf zwei Anlagen installieren. Nun ist gegen das Baugesuch eine Sammeleinwendung eingegangen. Bereits 2011 sorgte Konkurrentin Swisscom mit ihrer Antenne für Unmut.

Die beiden Mobilfunkbetreiber Swisscom und Salt betreiben in Oberrohrdorf je eine Handyantenne: eine im Turm der katholischen Kirche St. Martin und eine beim Wasserreservoir Brunnmatte. Nun will auch Sunrise in der Gemeinde am Rohrdorferberg präsent sein. Sie plant, auf dem Dach des Gewerbehauses der Publicare AG bei der Badenerstrasse zwei Handyantennenanlage zu installieren. Das Baugesuch lag bis Ende letzte Woche öffentlich auf. Gegen das Vorhaben regt sich Widerstand: Wie Gemeindeschreiber Thomas Busslinger sagt, ist eine Sammeleinwendung gegen das Baugesuch eingegangen.

«Die Einwendungen werden nun an die Bauherrschaft für eine Stellungnahme geschickt.» Zudem werde die Baukommission diese prüfen. «Im Anschluss wird der Gemeinderat über das Baugesuch befinden.» Wann dies der Fall sein wird, kann Busslinger derzeit noch nicht sagen.

Über 260 Personen gegen Antenne

Es ist nicht das erste Mal, dass die Installation einer Antenne für Unmut sorgt: Als die Swisscom im Herbst 2011 ein Baugesuch für eine Anlage im Kirchturm einreichte, unterschrieben über 260 Personen eine Sammeleinsprache dagegen. Dabei löste nicht nur die geplante Sendeleistung Widerstand aus, sondern auch die Nähe der Antenne zur Schule und der Wertverlust benachbarter Liegenschaften. Das Thema bewegte die Bevölkerung derart, dass die Stimmberechtigten den Gemeinderat an der Sommergmeind 2012 beauftragten, die Standortfrage für Mobilfunkantennenanlagen verbindlich in der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) zu regeln. Es folgte ein juristisches Hin und Her: Die Exekutive erliess Ende 2012 eine Planungszone über das gesamte Gemeindegebiet, um zu regeln, an welchen Standorten Mobilfunkantennen platziert werden dürfen. Mobilfunkbetreiber Swisscom, Salt (damals Orange), Sunrise und Privatpersonen erhoben gegen den Erlass Einsprache. Der Gemeinderat wies diese ab, worauf Swisscom und Sunrise beim Kanton Beschwerde einreichten. Parallel führte die Kirchenpflege auf Wunsch der Kirchgemeindeversammlung Verhandlungen mit der Swisscom. Das Resultat: Die Sendeleistung der Mobilfunkanlage wurde von den geplanten 9150 Watt auf 2400 Watt reduziert, sodass der entsprechende Nachtrag zum bestehenden Mietvertrag Ende 2013 unterzeichnet werden konnte.

2015 folgte die Baubewilligung

Im Herbst des folgenden Jahres hob das zuständige Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) die vom Gemeinderat erlassene Planungszone auf. Der Regierungsrat verlangte aber auch, dass eine neue Standortevaluation für die Mobilfunkantenne durchgeführt wird. Es zeigte sich, dass der Standort im Kirchturm am geeignetsten war. Schliesslich bewilligte der Gemeinderat im Januar 2015 das Baugesuch mit reduzierter Sendeleistung.

«Seit der Installation hat es keine negativen Rückmeldungen gegeben», sagt Gemeindeschreiber Thomas Busslinger. Gleiches gelte für die Salt-Antenne, die seit Ende der 1990er-Jahre ausserhalb der Bauzone steht. Was das Baugesuch für die beiden geplanten Antennen von Sunrise betrifft, hat das BVU die Zustimmung gegeben. «Der von der Sunrise gewählte Standort stimmt mit der derzeit zu überarbeitenden BNO überein», sagt Busslinger. Darin steht geschrieben, dass Mobilfunkantennen in erster Priorität in der Arbeitszone «A» erstellt werden dürfen. Sprich, in der Zone, in der das Gebäude der Publicare AG liegt.

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