Baden
Mode bringt Hoffnung nach Moldawien

Die Frauen-Organisation «Soroptimist Brugg-Baden» veranstaltet eine Modenschau und hilft damit moldawischen Gewaltopfern.

Rea Vogel
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Hier sollen die Frauen wieder ins Leben finden: Im Atelier des Rehabilitationszentrums lassen sie ihrer Fantasie freien lauf.

Hier sollen die Frauen wieder ins Leben finden: Im Atelier des Rehabilitationszentrums lassen sie ihrer Fantasie freien lauf.

zvg

Die meisten Kleider werden heutzutage im Ausland hergestellt – weil es günstiger ist. Nichts Neues an und für sich. Die Idee hingegen, gleichzeitig auch den Frauen vor Ort zu helfen, ist neu.

Nächsten Dienstag findet eine Modenschau mit solchen Kleidern statt. Diese wurden von Frauen in Moldawien hergestellt, die im Auffang- und Rehabilitationszentrum «Beginning of
life» leben. Dieses Zentrum bietet Frauen, die sexuell ausgebeutet oder misshandelt wurden oder sich in einer schwierigen Lebenslage befinden, Schutz und eine ganzheitliche Betreuung. Dort können sie mit professioneller Anleitung die Kleider unter fairen Arbeitsbedingungen herstellen. Dabei haben sie die Möglichkeit, ihre eigenen Kreationen zu fertigen.

Die Kleider werden hier von «Odem Fashion by Be Freed» verkauft. Die Organisation «Be Freed» will damit in Zusammenarbeit mit dem jungen Modelabel «Odem Fashion» Frauen in Moldawien helfen. Dazu dient auch die kommende Modenschau, der ein Referat über ebendieses Thema vorangeht. Mit dieser Veranstaltung soll auch auf die Missstände in Moldawien aufmerksam gemacht werden.

Ermöglicht und unterstützt wird die Veranstaltung vom «Club Soroptimist Brugg-Baden». Dieser gehört der ältesten und grössten Service-Organisation für berufstätige Frauen an: Soroptimist International. Die Organisation, die 1921 gegründet wurde, setzt sich für das Wohl und die Rechte von Frauen und Kindern sowohl lokal als auch international ein.

Ohne grosse Worte

Allerdings hat es der Klub in Baden momentan nicht leicht: Er leidet an Überalterung. Die aktuell noch 28 Mitglieder des Klubs möchten gerne jüngere engagierte Frauen für sich gewinnen. Doch ist «Soroptimist» regional wie national nicht sehr bekannt. Für Marlise Baumann, die seit einem Jahr Mitglied von «Soroptimist Brugg-Baden» ist, steht der Grund fest: «Es heisst ja: ‹Tu Gutes und sprich darüber›. Wir tun zwar Gutes, sprechen aber nie darüber, deshalb werden wir auch gar nicht wahrgenommen.» Dies sei sehr schade, da der Klub ein Treffpunkt für offene und interessante Persönlichkeiten sei, so Baumann.

Auch die derzeitige Klubpräsidentin Marianne Laube ist nach wie vor vom Verein überzeugt: «Ich kannte ‹Soroptimist› auch nicht, aber dann hat mich eine Freundin zu einem Treffen mitgenommen – jetzt bin ich seit 15 Jahren Mitglied. Die Verschiedenartigkeit der Frauen von ‹Soroptimist› begeistert mich immer noch.» Doch ist die Aufnahme neuer Mitglieder durch die organisationseigenen Regeln erschwert. So kann man bei «Soroptimist» nur Mitglied werden, wenn man von den Mitgliedern von «Soroptimist» eingeladen wird. Zudem darf jeder Beruf nur durch ein einziges aktives Mitglied im Klub vertreten sein.

Die Tücken dieser Regeln sieht auch Marianne Laube: «Damit schneiden wir uns ins eigene Fleisch. Deshalb möchte der Klub von Baden die Bestimmungen lockern. Dies muss allerdings mit der schweizerischen Soroptimist-Union diskutiert werden.» Ein weiterer Punkt, der das Finden neuer Mitglieder erschwert, ist der Mitgliederbeitrag: 350 Franken pro Jahr müssen die Angehörigen von «Soroptimist Brugg-Baden» bezahlen. Doch wird vieles von diesem Betrag in die sozialen Projekte der Organisation investiert, die den Kern der Aktivitäten von «Soroptimist» darstellen.

Die Modenschau ist eines der diesjährigen Projekte von «Soroptimist Brugg-Baden». Der Eintritt von 35 Franken, den auch die Vereinsmitglieder zahlen, wird für die Frauen in Moldawien gespendet. Dazu gibt es einen Apéro.

Das Projekt ist für den Klub besonders wichtig: «Es ist eine traurige Tatsache, dass Frauen immer noch zu oft Opfer von Gewalt, sowohl von physischer als auch von psychischer Art, werden», sagt Baumann.

Referat und Modenschau «Be freed» und «Soroptimist»: Di. 26. April, 19 Uhr; «Au Premier» Stadtcasino, Baden.

Anmeldungen bis Mo, 25. April, 12 Uhr.