Baden
Monster, Märchen und iPads am «kunterbunt»-Festival

Am 7. «kunterbunt»-Festival konnten Kinder die verschiedenen Facetten der Literatur entdecken. Und sie kamen in Scharen. Besonders beliebt bei den Jungen: Die interaktive iPad-Ecke. Aber auch die Märli-Tante hatte viel Publikum.

Sandra Ardizzone
Drucken
Teilen
Besonders die Tablet-Ecke zog viele Kinder an
11 Bilder
Ein Junge hört Simon Libsigs Buch Auf, zum Mond!
Gespannt lauschen die Kindern dem M+ñrchen -Der Eisenhans-
Die Organisatorinnnen- Mona Kim, Rabea Hug und Marie-Therese Kamm (v
Marie-Christine Thury erzählt das Märchen vom Eisenhans
Live-Zeichner Andreas Canzani entwirft mit den Kindern ein schauriges Monster
Gespannt lesen Besucherinnen die Geschichten der Erst- und Zweitkl+ñssler vom Meierhof
Jordi geniesst den Maltisch im Historischen Museum Baen
«Kunterbunt»-Festival in Baden
Beliebte iPad-Ecke

Besonders die Tablet-Ecke zog viele Kinder an

Sandra Ardizzone

Gebannt starrt der kleine Morten auf das iPad vor ihm. Die übergrossen Kopfhörer gleiten ihm fast vom Kopf, doch dem 4-Jährigen ist das egal. Er rutscht auf dem Kissen hin und her und lauscht konzentriert der Stimme von Simon Libsig, der auf den Tablet-Computern sein erstes Bilderbuch «Auf, zum Mond!» vorliest. Gleichzeitig erscheinen auf den Bildschirmen die Illustrationen von Stephan Liechti. Es ist das erste Mal, dass es am Kinderliteraturfest «kunterbunt» iPads die beliebte Bücherecke ersetzen. «Wir haben uns bewusst für dieses Medium entschieden», sagt Marie-Therese Kamm, eine der drei Organisatorinnen. «Die Kinder sollen sehen, dass man auch auf Tablets Bücher lesen und sogar hören kann.»

Märchen und eigene Geschichten

Neben der interaktiven iPad-Ecke konnten die Kinder am Samstag im Historischen Museum Baden auch verschiedene weitere Arten kennenlernen, um der Literatur zu begegnen. Im Landvogteischloss erzählte Marie-Christine Thury in sanftem Berndeutsch das eher unbekannte Märchen «Der Eisenhans» der Gebrüder Grimm. Die Künstlerin brachte den Kindern die Geschichte mit Puppen näher und die Kleinen hingen bis zum Schluss an ihren Lippen. Währenddessen präsentierten im Keller des Museums die 5.-Klässler von den Schulen Kappelerhof und Ländli selbst geschriebene Geschichten, die sie in einem Workshop mit Simon Libsig erarbeitet hatten.

Das Kinderliteraturfest im Rahmen von «Baden liest» ist dazu da, auch die Kleinsten mit Literatur in Kontakt zu bringen, wie Organisatorin Rabea Hug erklärt: «Wir wollen die Kinder zum Lesen anregen und ihnen zeigen, dass auch sie Geschichten schreiben können.» Dies taten neben den 5.-Klässlern auch die wesentlich jüngeren 1.- und 2.-Klässler des Schulhauses Meierhof. Die kreativen Geschichten rund ums Gemüse hatten die Schüler mit einer Ernährungsberaterin ausgetüftelt. Einen weiteren Workshop leitete der Live-Zeichner Andreas Canzani alias Zaani. Er entwarf mithilfe der Kinder ein «gfürchiges» Monster auf dem Hellraumprojektor.

Projiziertes Bilderbuchkino

Wer keine Lust mehr hatte, einen Workshops zu besuchen, konnte sich bei Kaffee und Kuchen entspannen oder selbst zum Stift greifen: Für potenzielle Künstlerinnen und Künstler stand ein Maltisch bereit, den die Kinder nach Lust und Laune verzieren durften. Und um den Nachmittag literarisch abzuschliessen, griff die dritte Organisatorin Mona Kim gleich selbst zum Buch: Im Keller projizierte sie ein Bilderbuch auf die Leinwand und erzählte den Kindern im «Bilderbuchkino» eine schöne Abschiedsgeschichte.

Aktuelle Nachrichten