Fislisbach

Mord an 18-Jährigem wird ein Fall fürs Jugendgericht – dem Täter drohen vier Jahre Gefängnis

Der minderjährige Tatverdächtige, der im Juni 2016 im Wald einen Jugendlichen erschoss, sitzt in einer geschlossenen Anstalt. Nun ist klar: Ihm drohen bis zu vier Jahre Gefängnis mit Therapie. Noch dieses Jahr soll Anklage erhoben werden.

Es war eine Tat, die das Dorf erschütterte: Am 14. Juni 2016 wurde der 18-jährige Ken in einem Waldstück oberhalb von Fislisbach tot aufgefunden. Als die Polizei eintraf, war der junge Mann schon tot, erschossen mit einer einzigen Patrone. Noch am selben Abend verhaftete die Polizei einen Tatverdächtigen, den 17-jährigen S. N.* (Name der Redaktion bekannt).

Weil der mutmassliche Täter minderjährig war, kommt das Jugendstrafrecht zur Anwendung. Dieses sieht, anders als das Erwachsenenstrafrecht, den Ausschluss der Öffentlichkeit vor. Deshalb machte Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, schon damals kaum Angaben zum Tötungsdelikt.

So ist bis heute unklar, weshalb sich die beiden Jugendlichen im Wald verabredet hatten, was für eine Tatwaffe der Schütze einsetzte, wie er an diese kam und was sein Motiv für den tödlichen Schuss ist.

Tötungsdelikt Fislisbach: Wurde der 18-jährige Ken aufgrund eines Drogengeschäfts erschossen?

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Spekulationen in mehreren Medien, das Motiv könnten Geldschulden aus Drogengeschäften gewesen sein, kommentierten die Behörden nicht.

Auch heute verweist Strebel auf die Jugendstrafprozessordnung und sagt: «Über Motive und Beweggründe können wir aufgrund des Ausschlusses der Öffentlichkeit keine Auskunft erteilen.» Laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft ist der in das Tötungsdelikt involvierte Jugendliche nach der Untersuchungshaft in eine geschlossene Anstalt eingewiesen worden. «Die parallel verlaufende psychiatrische Begutachtung ist noch im Gange», sagt sie. Sobald das Gutachten vorliege, werde die Jugendanwaltschaft die Anklage an das zuständige Jugendgericht Baden vorbereiten. «Wir rechnen noch in diesem Jahr mit der Einreichung der Anklageschrift», kündigt Strebel an.

Auch die Verhandlung vor dem Jugendgericht gegen S. N. wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, als Höchststrafe sieht das Jugendstrafrecht vier Jahre Gefängnis mit Therapie vor.

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