Die Diskussion über die dringliche Motion Karin Bächli (SP) zur Reduktion des Kurtheaterkredits war eigentlich überflüssig. Denn die Motionärin, die damit 820 000 Franken einzusparen gedachte, die der Einwohnerrat vier Jahre zuvor für grössere Sitzabstände im sanierten Kurtheater beschlossen hatte, stimmte letztlich selber gegen die Überweisung ihres Vorstosses. Sie erklärte trotzdem, dass der ablehnende Antrag des Stadtrates zu ihrer Motion sie «ratlos gemacht hat». Da habe doch der Einwohnerrat auf Antrag aus den Reihen der FDP im Dezember 2012 den Kurtheater-Kredit «einfach so 820 000 Franken teurer gemacht, ohne dass eine Notwendigkeit bestand». Laut Bächli sei das mehr als der Kostenbeitrag an den Mättelisteg oder für den Einbau des Kindergartens Wiesenstrasse. «Mit der Schuldenbremse im Nacken müsste man doch masshalten bei den Ausgaben», warf sie der FDP vor.

Der Stadtrat war gemäss der Abklärungen durch seine Juristen der Meinung, dass die Annahme der Motion zwingend eine zweite Volksabstimmung gefordert hätte. Die Gemeindeabteilung des Kantons habe das ihr gegenüber nicht in dieser Absolutheit bestätigt, fügte Bächli an. Und sie ist überzeugt: «Die Bevölkerung würde wieder Ja zum Kurtheater sagen.»

Dann kam Bächlis überraschende Kehrtwendung: Nach dem langen Hin und Her bei der Realisierung von Umbau und Erweiterung beim Kurtheater möchte sie aber nicht, dass durch eine zweite Abstimmung der Baustart verzögert werden könnte.

Die Stiftung wolle Planungs- und Rechtssicherheit, sagte Antonia Stutz – nicht in der Rolle der FDP-Einwohnerrätin, sondern als Präsidentin der Theaterstiftung. Sie zählt auf den Einwohnerrat als «verlässlicher Partner». Das Risiko eines Neins bei einer zweiten Volksabstimmung dürfe man nicht eingehen. Stutz hofft, dass man im Januar die Arbeiten starten könne. «Klar würden wir lieber 50 Sitze mehr verkaufen, aber ihr habt so entschieden, jetzt bleiben wir dabei», so ihr Schlusswort.

Der Antrag auf mehr Komfort durch das Weglassen einer Sitzreihe sei Bestandteil des Abstimmungsantrages gewesen, erklärte Vizeammann Markus Schneider. Damit begründete er nochmals, dass es eine zweite Volksabstimmung gebraucht hätte. Bei zwei Gegenstimmen beschloss der Einwohnerrat, die Motion nicht zu überweisen. (-rr-)