Baden
Motorradrennfahrer Tom Lüthi : «340 km/h werden irgendwann normal»

Am 16. KMU Swiss Forum haben sich Unternehmer von Motorradrennfahrer Tom Lüthi inspirieren lassen

Martin Rupf
Merken
Drucken
Teilen
Sorgte nicht nur auf dem Podium für gute Stimmung: Tom Lüthi im Gespräch mit Moderator Hugo Bigi (l.) und seinem Manager Daniel M. Epp.

Sorgte nicht nur auf dem Podium für gute Stimmung: Tom Lüthi im Gespräch mit Moderator Hugo Bigi (l.) und seinem Manager Daniel M. Epp.

Alex Spichale

«Dynamik – Flexibilität der Aktion», so lautete das Motto des 16. KMU Swiss Forum, das auch gestern wieder an die 500 Unternehmer in das Kongresszentrum Trafo nach Baden lockte. Passend zum Thema konnte Initiant und Forumgründer Armin Baumann gestern nebst Referenten wie SRF-Direktor Ruedi Matter, Nils Planzer (CEO Planzer Transport AG), Jürg Brand (VR-Präsident von Roll Infratec AG) oder Urs Kessler (CEO Jungfraubahnen) den Emmentaler Motorradrennfahrer Tom Lüthi begrüssen.

Zwischen den Rennen in Katar und Argentinien legte Lüthi einen Zwischenstopp in Baden ein. Zu erzählen hatte er viel, hatte er doch letztes Wochenende sein erstes Rennen in der höchsten MotoGP-Klasse absolviert – und auf dem ansprechenden 16. Rang beendet. Auf die Frage von Moderator Hugo Bigi, wie man sich das vorstellen müsse, mit dem Töff über die Rennstrecke zu rasen, antwortete Lüthi: «Irgendwann wird es einfach normal, mit 340 km/h unterwegs zu sein; die Gegner sind ja alle auch so schnell unterwegs.»

Es war nicht die einzige Antwort, mit der Lüthi das Publikum zum Lachen brachte. Mit seiner frischen und spitzbübischen Art kam der 31-jährige Spitzensportler beim Publikum sehr gut an. So antwortete er auf die Frage, was denn alles noch anstehe bis zum nächsten Rennen in Argentinien Anfang April: «Ich muss noch einige Sponsorenanlässe wahrnehmen», was sein Manager Daniel M. Epp und Toni Lee, CEO von Tom Lüthis Sponsor Sitag AG, mit einem Lachen quittierten. Lüthi darauf ganz der Profi: «Natürlich sind darunter auch ganz coole Anlässe, die mir Freude bereiten.»

Wo Vertrauen, da auch Aufträge

Ob Lüthi damit auch das Forum meinte, bleibt offen. Fest steht aber, dass sich der Anlass zu einer fixen Grösse in der Wirtschaftslandschaft gemausert hat. 2003 organisierte Armin Baumann das erste KMU Swiss Forum in Kloten; 2004 fand der Anlass zum ersten Mal im Badener Trafo statt. Heute zählt der Anlass mit knapp 500 Teilnehmern aus der KMU-Szene zu den grössten Wirtschaftsanlässen in der Deutschschweiz. «Von Anfang an war es das Ziel, unter den KMU Wissen zu vermitteln und die einzelnen Firmen zu vernetzen», sagt Baumann.

«Die Politik legt den KMU viel zu viele Steine in den Weg.» Armin Baumann, Initiant und Gründer des KMU Swiss Forum.

«Die Politik legt den KMU viel zu viele Steine in den Weg.» Armin Baumann, Initiant und Gründer des KMU Swiss Forum.

Alex Spichale

Der 56-Jährige ist in der Region Baden aufgewachsen, hat in Baden bei der BBC eine Lehre als Elektromechaniker absolviert und sich später zum Elektroingenieur und Betriebswirtschafter ausbilden lassen. Daher rührt auch sein Interesse für respektive die Sorge um den produzierenden Sektor. «Ich bin davon überzeugt, dass die rund 300'000 KMU in der Schweiz nach wie vor das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden.» Umso wichtiger sei es, dass die einzelnen KMU Inputs aus anderen Branchen erhielten. «An Verbandsanlässen hört man immer das Gleiche. Beim KMU Swiss Forum aber findet ein Austausch verschiedenster Firmen und Unternehmer branchenübergreifend statt», sagt Baumann.

Ziel des Anlasses sei aber auch ein möglicher Profit für die Firmen. «Aufträge werden erst erteilt, wenn man sich kennt und Vertrauen zueinander hat. Unsere Anlässe führen die Unternehmer zusammen und vernetzen Personen und Wissen nachhaltig», sagt Baumann nicht ohne Stolz.

Jährlich 3000 Besucher

Heute würden seinem Netzwerk rund 6500 Personen angehören. Knapp 3000 Gäste besuchen jährlich die rund 30 Anlässe, die Armin Baumann mit seinem Team organisiert. Das KMU Swiss Forum im Frühling ist dabei der grösste Event. Im Herbst findet seit zehn Jahren im Campussaal Brugg-Windisch das KMU Swiss Podium statt. Dass diese Anlässe gerade hier über die Bühne gehen, sei kein Zufall, «befindet sich hier doch der geografische Mittelpunkt der Schweizer Wirtschaft», so Baumann. «Denn ganz wichtig: Wir sind kein regionaler Anlass. An unserem Forum nehmen Unternehmer aus der ganzen Schweiz oder sogar aus dem Ausland teil.»

Baumann hat das ursprüngliche Ziel nie aus den Augen verloren, «alles dafür zu tun, damit der produzierende Sektor seine Arbeitsplätze in der Schweiz erhält». Dabei geht Baumann mit der Politik hart ins Gericht. «Es gibt einfach zu viel Bürokratie und Richtlinien. Firmen und KMU werden viel zu viele Steine in den Weg gelegt. Dabei müsste doch auch die Politik ein Interesse daran haben, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten oder möglichst gar neu zu schaffen.» Deshalb, so Baumanns Appell: Politik und Wirtschaft sollten enger zusammenarbeiten.

Marktplatz Baden: Wie dynamisch und flexibel sind Badener Unternehmerinnen und Unternehmer?

Bereits zum 10. Mal hat die Stadt Baden im Rahmen des KMU Swiss Forum zum Marktplatz Baden geladen. Eingeladen waren alle rund 2000 Badener Unternehmen. «Der Marktplatz Baden hat sich über die vergangenen Jahre zu einer wertvollen Gelegenheit für den direkten Austausch zwischen Stadtrat und Unternehmer entwickelt», sagt Thomas Lütolf, Leiter Standortmarketing Baden. «Der Anlass wird nicht zuletzt auch dank seines informellen Charakters beidseits sehr geschätzt», ergänzt Stadtammann Markus Schneider, der die Anwesenden im Trafo begrüsste. Die Gäste kamen in den Genuss eines spannenden Interviews, das Moderator Hugo Bigi mit der langjährigen SRF-China-Korrespondentin und heutigen «Club»-Moderatorin Barbara Lüthi führte, das sich getreu dem Forum-Thema um «Dynamik und Flexibilität» drehte. Beim abschliessenden Apéro riche tauschten sich Unternehmer und Politiker anschliessend aus. (mru)

Urs Grieder, Inhaber Grieder Sport, Baden «Im Bereich Sportartikel liegt es natürlich auf der Hand, dass wir dynamisch sind. Flexibel müssen wir sein, um neue Trends früh genug zu erkennen und auf diese reagieren zu können.»
4 Bilder
Katia Röthlin Röthlin & Röthlin Kommunikation, Baden-Dättwil «Als Zwei-Mann respektive -Frau-Betrieb können wir sehr flexibel auf die Wünsche unserer Kunden eingehen. Wenn mal einer besetzt ist von uns beiden, kann der andere als Sparringpartner einspringen.»
Joachim Lorch, CEO Hächler Gruppe, Wettingen «Wir motivieren unsere Mitarbeiter täglich, flexibel und dynamisch zu sein. Digitalisierung ist bei uns nicht einfach ein Schlagwort. Diese zeigt sich vielmehr ganz konkret in unserem konkreten Arbeitsalltag.»
Nadine Tobler Leitung, Theater im Kornhaus (ThiK), Baden «Als Kulturschaffende ist es für uns zentral, flexibel auf aktuelle Geschehnisse auf der Welt und in der Region zu reagieren und diese auch entsprechend in unseren Programmen stattfinden zu lassen.»

Urs Grieder, Inhaber Grieder Sport, Baden «Im Bereich Sportartikel liegt es natürlich auf der Hand, dass wir dynamisch sind. Flexibel müssen wir sein, um neue Trends früh genug zu erkennen und auf diese reagieren zu können.»

Martin Rupf