Erst gerade aus seinen Ferien zurückgekehrt, ist der langjährige Geschäftsleiter der Stiftung für Behinderte Wettingen – Arbeiten und Wohnen (Arwo), Alfred «Fredi» Isch, in der Nacht auf Montag im Alter von 67 Jahren verstorben. Er hinterlässt seine Frau und zwei Söhne.

Die Arwo schreibt in einer Stellungnahme: «Fredi Isch wird bei allen, die ihn kennen gelernt haben, eine grosse Lücke hinterlassen und gleichzeitig als engagierter Mensch in Erinnerung bleiben.»

Seit 1990 bei der Arwo dabei

In der Tat ist der Leistungsausweis von Isch beachtlich. So war er während 15 Jahren im Vorstand von Insieme (Baden-Wettingen), der Vereinigung zur Förderung Behinderter.

Während 8 Jahren war er zudem Präsident von Insieme Schweiz. In Wettingen und der Region wird Isch aber vor allem als Arwo-Geschäftsleiter in Erinnerung bleiben. Er führte das Amt seit dem Jahr 2000 aus.

Nationale Bekanntheit

In dieser Zeit hatte er massgeblichen Anteil an verschiedenen Projekten. So wurde unter ihm der Erweiterungsbau «Kirchzelg» eingeweiht (2000). Auch wurden neue Wohngemeinschaften in Ennetbaden (2004), Wettingen (2006) und Niederrohrdorf (2011) eröffnet.

Seit 2008 betreibt die Arwo das Restaurant und den Kiosk im Terrassenschwimmbad Baden und 2011 eröffnete das «Arwola» – den Arwo-Laden mit Atelier in Wettingen.

Nationale Bekanntheit erlangte das Arwo mit den beiden SRF-Produktionen «Üsi Badi» (2010) und dieses Jahr mit «Üse Zoo». In den TV-Sendungen wirkten Arwo-Bewohner als Hauptdarsteller mit.

Mit der Arwo war Isch – er hat selber einen behinderten Sohn – seit 1990 verbunden, als er als Elternvertreter in den Stiftungsrat eintrat.

Die Arwo würdigt den Verstorbenen denn auch mit folgenden Worten: «Fredi Isch war ein engagierter Wegbereiter für die Sache des Behindertenwesens im Kanton Aargau.»

Und: Durch seine Tätigkeiten im Arwo-Stiftungsrat und diversen Vorständen (u.a. Insieme) habe Isch enorm viel bewegt.

Dabei habe sein Engagement auch an den Landesgrenzen keinen Halt gemacht, indem er etwa in Weissrussland und Georgien an Projekten für Behinderte mitgewirkt habe. «Fredi Isch war immer bereit, neue, ungewöhnliche Wege zu gehen, um die Kluft zwischen den Menschen mit und ohne Behinderung zu verkleinern», schreibt die Arwo weiter.

Freunde reagieren bestürzt

Stiftungsratspräsident Federico Hürsch hat die Nachricht von Ischs Tod mit Bestürzung aufgenommen. «Ich bin erschüttert. Fredi Isch war Mr. Arwo; er hat der Stiftung ein Gesicht gegeben.» Er habe den Verstorbenen immer als sehr freundlich, aber gleichzeitig zielorientiert erlebt. «Wir haben immer sehr gut zusammengearbeitet», sagt Hürsch.

Christoph Heule, Präsident von Insieme Region Baden-Wettingen, reagiert bestürzt: «Isch war ein guter Freund; menschlich und fachlich bedeutet sein Tod ein grosser Verlust.» Er habe von seinem Vorgänger sehr viel profitiert. «Es ist von unschätzbarem Wert, was Fredi für behinderte Menschen geleistet hat. Fredi ist für diese Menschen eingestanden», sagt Heule. Bei all seinem Engagement habe sich Isch nie in den Vordergrund gestellt.

Auch der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth ist betroffen: «Mit Fredi hatte ich eine sehr freundschaftliche Beziehung. Er war ein vorbildlicher Macher, der uneigennützig für das Gute schaute – ein Vorbild für unsere Gesellschaft.»

Nachfolge bereits geregelt

Fredi Isch starb wenige Wochen vor seiner Pensionierung Ende Jahr. Wie geht es nun weiter mit der Arwo? «Die Nachfolgeregelung haben wir bereits vor ein paar Wochen aufgegleist», sagt Stiftungsratspräsident Federico Hürsch.

Die Person – den Namen habe man erst intern kommuniziert – werde bereits seit Anfang September eingearbeitet. Isch hätte dabei eine wichtige Rolle gespielt. Hürsch: «Das Leben lässt manchmal nicht zu, dass man alles fertig macht.»