Die in Killwangen geplante Überbauung «Mühli-Hof», die auf dem Gestaltungsplan «Zürcherstrasse Ost» basiert, wird das Ortsbild der Gemeinde in Zukunft verändern. Vor kurzem ist die Einwendungsfrist für das Baugesuch abgelaufen.

Hier sollen 89 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen entstehen – mit Fokus auf kleineren Wohnungen. Aus gutem Grund: «Bei der Lage zwischen Kantonsstrasse und Eisenbahngleisen stehen Familien eher nicht im Fokus», erklärt Projektentwickler Felipe Good von der Mobimo Management AG, die das Projekt für die Grundeigentümerin der Parzelle, die Basler Leben AG, betreut. Mit dem Wohnungsangebot sollen Menschen aller Altersklassen angesprochen werden, Singles, Paare und Senioren zum Beispiel. Zudem ist eine kleine Fläche an Gewerbe geplant, die voraussichtlich als Büro genutzt wird.

Die neuen Gebäude werden das historische Bauernhaus U-förmig umrahmen. «Das Bauernhaus ist nicht denkmal-, sondern substanzgeschützt», erklärt Good. Es dürfe nicht abgerissen werden, aber solange die Schutzziele eingehalten werden, sei der Aus- und Umbau zulässig. Durch die Sanierung der Bausubstanz könne das Bauernhaus als wichtiger Teil der Gesamtüberbauung auch in Zukunft erhalten bleiben. Die Bauherrin arbeite dafür eng mit einem Fachexperten der Denkmalpflege zusammen. Dieser erstellt aktuell ein Fachgutachten, das als Grundlage im Baubewilligungsverfahren dienen wird. Der Experte werde voraussichtlich auch das weitere Bauvorhaben begleiten.

«Die letzte Kontrollinstanz ist der Gemeinderat», führt Good weiter aus. «Er entscheidet am Ende, inwieweit Anpassungen am Gebäude selbst vorgenommen werden dürfen.»

Ausbau des Bauernhauses

Das Bauernhaus gibt es laut mündlicher Überlieferung seit 1811. Das kantonale Schutzobjekt ist ein «in Mischbauweise aus Stein und Fachwerk errichtetes Doppelbauernhaus, das sein angestammtes äusseres Erscheinungsbild, die innere Raumstruktur und Teile der historischen Ausstattung bewahrt hat», ist auf der Website der Denkmalpflege des Kantons zu lesen.

Aktuell ist das Haus nur zu einem kleinen Teil ausgebaut, erklärt Good. Die zwei darin befindlichen Wohnungen sind unbewohnt. Ein Grossteil des Bauernhauses sei ungenutzter Raum, so zum Beispiel die grosse Scheune. Die Bauherrin möchte gerne das ganze Bauernhaus «aktivieren», wie es Good nennt, «und zum Beispiel das Dachgeschoss ausbauen.» Das Erscheinungsbild des Gebäudes solle grösstmöglich so belassen werden, wie es ist.

Was am Ende genau verändert werden kann, wisse man erst, wenn die Baubewilligung gesprochen sei. Zuerst müssen in den kommenden Wochen aber nun in Gesprächen die Bedenken der Einwender ausgeräumt werden, so Good. Sie seien aber guter Hoffnung.

Wenn alles nach Plan läuft, ist mit dem Baustart im Frühjahr 2020 und mit der Fertigstellung der Überbauung im ersten Halbjahr 2022 zu rechnen.