In Münzlishausen – auf 550 Metern über Meer und damit rund 170 Höhenmeter über der Stadt Baden gelegen – dürfte schon im Frühmittelalter eine erste Hofsiedlung entstanden sein. Die historischen Quellen dazu sind relativ rar. Der Ortsname wird erstmals im Kyburger Urbar von 1250 erwähnt. Von der Stadt aus führte damals eine kleine Strasse vorbei an der Höhenburg Stein über Münzlishausen und den Schwabenberg nach Gebenstorf.   

Auf den historischen Aargauer Karten des Kupferstechers Scheurmann aus der Zeit der Kantonsgründung 1803 heisst das Gebiet der Allmend noch «Eichhalden». Hier sind nur drei einsame Häuser im Eichtal eingezeichnet. Im Weiler Münzlishausen entstehen in dieser Zeit die stattlichen Bauernhäuser der Familien Suter, die bis heute das Dorfbild prägen. Der heute kaum mehr gebräuchliche Ortsname Stoffelsberg für die Münzlishauser Anhöhe hiess im 19. Jahrhundert auch Sutersberg.

Gäste aus dem Grand Hotel

Obwohl Münzlishausen nicht zur Gemeinde Baden gehörte, war es bald ein beliebtes Ausflugsziel für die Badener und ihre Kurgäste: 1837 baut der Münzlishauser Bauer Othmar Suter auf der Baldegg die erste Gaststätte. Um 1900 gehört die «Baldegg» dem Besitzer des Badener Grand Hotels, Rudolf Bruno Saft.

Seine Erben verkaufen das Ausflugsrestaurant 1916 für 35 000 Franken den Ortsbürgern. Auch das 1857 erbaute Panoramarestaurant «Belvédère» auf der vorderen Allmend kauft Saft, als Ausflugsziel für seine mondänen Gäste. Die am Martinsberg geplante Standseilbahn kommt allerdings nie zustande. Dafür lässt der umtriebige Hotelier beim Schützenhaus am Belvédère um 1900 drei Ferienchalets bauen. Sie wurden später durch Neubauten ersetzt.

Die Allmend ist seit dem Mittelalter freies Wiesland, wie der Name sagt: Hier weidet das Vieh auf «allgemeinem» Gemeindeboden. Um 1903 wird im Gebiet Opfenau-Hägeler ein grosser Wildpark geplant. Er wird so nie gebaut. Auf der Landeskarte von 1940 ist die Ebene zwischen Belvédère, Eichtal, Hundsbuck und Österliwald noch völlig frei von Gebäuden. Der Eichtalhof steht inmitten von Weiden und Ackerland, das grossteils den Badener Ortsbürgern gehört.

Alle zehn Quartiere der Stadt Baden.

Alle zehn Quartiere der Stadt Baden.

Wildpark und Gartenstadt

Ab 1947 entwirft der renommierte Basler Architekt Hans Bernoulli im Auftrag der Ortsbürger den Idealplan einer Gartenstadt auf der Allmend. Das Strassennetz entsteht zwar grösstenteils nach Bernoullis Plänen – auf die geplante grosse Allee zwischen Allmendstrasse und Hägelerstrasse wird allerdings verzichtet. Das «Chrättli» wird zwar als Quartierladen und Ausgangspunkt der geplanten Allee gebaut.

Aber die Reihen- und Einfamilienhäuser entstehen nur zu einem kleinen Teil nach Bernoullis Ideen. Eine Gartenstadt ist die Allmend trotzdem geworden. Dort wo der Eichtalhof stand, baut das Zürcher Generalbauunternehmen Mobag ab 1966 eine Mehrfamilienhaussiedlung – inklusive «Hochhaus», wenn auch nur mit acht Stockwerken.  

Politisch wachsen die beiden Quartierteile erst im 20. Jahrhundert zusammen: Die 1805 von der Kantonsregierung geschaffene Gemeinde Dättwil mit den Ortsteilen Dättwil, Rütihof und Münzlishausen wird 1962 mit der Stadt Baden verschmolzen. Das löst sowohl in Münzlishausen als auch auf der Allmend eine Bautätigkeit aus, die bis heute anhält.