Eine der dekadentesten Hotdog-Kreationen der Welt stammt aus Wettingen: Unter dem Namen «Luksus» geht die Kreation aus dem Fleisch von Kobe-Beef sowie einem Kräutermantel aus Foie gras für 250 Franken über die Theke. «In Zürich haben wir davon bisher rund fünf Stück verkauft», erzählt Standbetreiber Robin am 1. Streetfood Festival im Trafo-Areal Baden.

Impressionen vom Streetfood-Festival Baden 2016.

Impressionen vom Streetfood-Festival Baden 2016.

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Wie die meisten der rund 65 Foodtruck- und Essstandbesitzer reist er von einem Kulinarik-Event zum nächsten. Sie finden mittlerweile in allen grösseren Schweizer Orten statt. Streetfood-Märkte boomen und erweisen sich als sehr lukrativ. Einen Viertel Tausender lässt in der Limmatstadt wohl kaum jemand für einen Hotdog springen; aber die Preise für 5 kleine Gemüseteigtaschen (10 Franken) oder einen Smoothie (9 Franken) sind auch sonst nicht gerade billig. Dafür wird alles frisch vor den Augen des Publikums zubereitet. Das zieht die Massen an. Überall gibt es Probierportionen zum halben Preis. Und weil der Appetit bekanntlich mit dem Essen kommt, kann sich so mancher auf seiner lukullischen Erkundungstour kaum entscheiden zwischen Schweizer Pilzragout, schwäbischen Maultäschle, tibetischen Momos, ungarischen Langos, peruanischem Ceviche, argentinischen Empanadas, indischen Currys und, und …

Weltmeisterlicher Foodtruck

Den Hamburger gibts mannigfach, zum Beispiel in einer mit schwarzer Sepia-Tinte gefärbten Brioche oder als westlich-asiatisches Fusion mit einer Füllung aus Crevetten, Mango und Sojasprossen. Nigerianer Femi tänzelt wie ein Derwisch um seine Fleischspiesse im Sand. Er gehört mittlerweile zu den Hauptattraktionen der Streetfood-Szene – wie auch Klaus Fetscher, Koch aus Gränichen, mit seinem auf Holz zubereiteten Flammlachs. Bei der Präsentation der landeseigenen Küche ist allerorts viel Nationalstolz zu spüren. Sei es bei Daria und Guy, die in ihrer kleinen Imbissbude die jemenitische Spezialität Malawach anpreisen, oder am mit allen Schikanen ausgerüsteten Foodtruck der helvetischen Männercrew, die mit ihren Grilladen 2006 und 2008 die Barbecue-Weltmeisterschaften gewann.

«An diesem Festival sind rund 35 Nationen vertreten. Das Publikum ist bunt zusammengewürfelt und dicht gedrängt. Trotzdem geht es extrem friedlich zu und her», meint Organisator Rolf Arnet bei der Erstausgabe in Baden, die über zwei Tage schätzungsweise 10 000 Besucher ins Trafo bringt. Völkerverständigung funktioniert zumindest übers Essen bestens.