Baden

Musik, die mit allen Konventionen bricht

Julian Sartorius (l.) und Manuel Troller spielen am Freitag im Claquekeller Musik ausserhalb der Hörgewohnheiten des Publikums.zVg

Julian Sartorius (l.) und Manuel Troller spielen am Freitag im Claquekeller Musik ausserhalb der Hörgewohnheiten des Publikums.zVg

An der Konzertreihe «numu» können die Musiker frei experimentieren: für die einen ein Grund zum Davonlaufen, für die anderen ein Genuss.

Neue und unentdeckte Musik – kurz «numu» – wird am Freitag die Bühne im Claquekeller in Baden erobern. Geboten werden ungewohnte Klänge, die teilweise mit allen musikalischen Traditionen brechen. Es ist das Dritte von insgesamt vier Konzerten der «numu»-Reihe. Organisiert werden diese von Mario Schenker, Coleman Goepfert und George Varghese. Letzterer studierte internationales Management und arbeitet heute auf einem Bauernhof als landwirtschaftlicher Mitarbeiter.

Das «numu» wurde ins Leben gerufen, um Exponenten der sogenannten «Neuen Musik» eine Plattform zu geben. Mangels Auftrittsmöglichkeiten organisierte Coleman Goepfert die ersten Konzerte in seinem Wohnzimmer. Dann stiess das experimentierfreudige Trio auf Gehör, seit November veranstaltet es die «numu»-Reihe im Claquekeller. Wenn die teilweise bekannten Instrumentalisten aus dem In- und Ausland neue Interpretationsformen von Musik suchen, brechen sie oft mit den gängigen Hörgewohnheiten des Publikums. Beim Auftakts-Gig etwa entlockte der holländische Trompeter Marco Blaauw minutenlang Töne aus einer Muschel. Genervt stand ein Zuhörer während der Darbietung auf und ging.

An was erkennt man bei «numu», dass es nicht nur um Lärm, sondern immer noch um Kunst und Können geht? «Die Auftretenden wissen natürlich genau, was sie machen. Für das Publikum ist es eher eine Interpretationsfrage», erklärt Varghese.

Das Konzert am Freitag bestreitet Schlagzeuger Julian Sartorius mit Gitarrist Manuel Troller. Beide spielten schon bei Sophie Hunger und Kutti MC mit und werden 40 Minuten lang frei improvisieren. «Wir sind selber gespannt, was die zwei machen», sagt Varghese und lacht. Die jeweils relativ kurze Dauer der intensiven Konzerte soll die Konzentration der Zuhörer nicht überstrapazieren und trotzdem eine Auseinandersetzung mit der Materie ermöglichen. Die letzte «numu» geht Ende Mai über die Bühne. Yolanda Fernandez an der Klarinette, Pedro Camara Toldos am Saxophon und Marie-Andrée Joerger am Akkordeon spielen dann Werke von Michael Pelzel, Thomas Kessler und Georges Aperghis.

Was für einige ein Grund zum Weghören ist, erweist sich für andere als Offenbarung. Gefällig ist «numu» nie. Aber die Konzertreihe eröffnet neue Perspektiven und bietet noch nie Gehörtes. Aargauer Kuratorium, Migros Kulturprozent, die Stadt Baden und die Gemeinden Wettingen und Ennetbaden unterstützen die Experimentierfreudigkeit von «numu» finanziell. Bis zu 40 Zuhörer kamen jeweils an die letzten beiden Events. «Wir hoffen auf mehr Leute», gesteht Varghese. «Spätestens in der zweiten Saison, wenn sich herumgesprochen hat, dass wir etwas völlig anderes machen als alle anderen.»

Konzert Neue und unentdeckte Musik, kurz «numu», im Claquekeller Baden. 24.4. und 29.5., jeweils um 21 Uhr.

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